Es ist eigentlich der normale Weg. Freunde oder die Familie begeistern dich für den Fußballsport und du beginnst dir einen Verein zu suchen. Heute blicken wir aber auf eine Spielerin unserer ersten Frauen, bei der es ein wenig anders lief. Zwar wurde auch Pia Wiechmann durch ihren Vater und ihren Bruder bereits früh an den Sport herangeführt, einen Verein hat sie sich zunächst aber nicht gesucht. „Ich spiele zwar schon immer Fußball, aber vor allem mit Freunden. In der Grundschule war ich dann in einer Fußball-AG, das war das erste ‚offiziellere‘. Ansonsten hab ich wirklich nur in der Freizeit gekickt“, erzählt Pia. Zumindest bis nach dem Abitur im Jahr 2019. Dann ging die 21-Jährige für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr nach Frankreich. Es wurde das Jahr ihres Lebens und der Start ihrer Fußballlaufbahn. „Ich habe so viele neue Erfahrungen gesammelt und Dinge gelernt, es hat unheimlich viel Spaß gemacht. Ich war dort auf einem Bauernhof mit 60 Ziegen. Dazu hatten wir Pferde, Hühner, Hunde und Katzen. Daher kommt auch meine Tierliebe“, so Wiechmann. Ihre Hauptaufgabe bestand also in der Tierpflege. „Ja, ich habe die Tiere gefüttert und die Ziegen zwei Mal täglich gemolken, danach ging es in die Käserei, wo ich Ziegenkäse hergestellt habe. Den besten, den ich je gegessen habe. Den haben wir dann auch auf den Märkten in der Region verkauft“, schwärmt Pia.

Der Hof heißt „Hommage de Chèvre“ und liegt in La Villedieu im Département Charente-Maritime im Südwesten Frankreichs. „Das ist ganz grob an der Atlantikküste, also eine wunderschöne Gegend. Die nächstgrößeren und bekannteren Städte sind La Rochelle und Bordeaux oder Nantes. Aber die sind schon so 100 Kilometer weg“, sagt die Außenbahnspielerin. Die Sehnsucht nach Frankreich kam für Pia über ihre Schwester, die wegen ihres Studiums häufiger dort war und von ihr in Lille, Paris oder Montpellier besucht wurde. „Ich hatte Französisch auch schon in der Schule als Leistungskurs und finde das Land kulturell und kulinarisch einfach sehr reizvoll. Außerdem wollte ich die Sprache dann nochmal besser lernen und wohnte daher auf dem Hof bei der Familie dort“, erinnert sich Pia. Und wenn sie sich nicht um die Tiere kümmerte, spielte sie Fußball. Sie schloss sich dort dem ES Celles Verrines an. „Da habe ich es endlich mal gewagt. Es war allerdings schon eher eine Dorfmannschaft. Wir konnten so manches Mal nicht trainieren oder spielen, weil der Rasen überflutet war. Aber die Stimmung im Team war super, der Trainer auch echt lieb, es war schon eine super Erfahrung“, erzählt die gebürtige Rostockerin.

Hauptsache kein Mathe

Und nach dem Einstieg in den Vereinsfußball, wollte Pia das dann auch weiterhin machen. Als sie nach Greifswald kam suchte sie eine Mannschaft und stieß auf unseren Greifswalder FC. „Ich habe dann gleich ein Probetraining ausgemacht und wurde von den Mädels super aufgenommen. Es macht immer Spaß zum Training zu kommen“, so Wiechmann. Das war bereits Ende 2020, dann aber machte Corona dem Vereinsfußball sehr schnell wieder einen Strich durch die Rechnung und durch den Saisonabbruch absolvierte sie kein Spiel mehr. So aber hatte Pia natürlich genug Zeit für den eigentlichen Grund, warum sie den Weg nach Greifswald gefunden hatte. „Ich studiere Landschaftsökologie und Naturschutz im dritten Semester. Ich hab damals einfach einen Studienführer durchgeblättert und fand diesen Studiengang mega spannend. Der ist sehr zukunftsorientiert und ich hoffe dadurch wenigstens einen kleinen Beitrag zum Umweltschutz leisten zu können. Außerdem wollte ich so wenig Mathe wie möglich im Studium haben“, lacht Pia. Im Anschluss würde sie dann sehr gerne in einem Nationalpark arbeiten, am liebsten mit großem Bezug zu Tieren. In Greifswald hat sie den Bezug durch ihre Pflegepatenschaft zu einem Hund, den sie dann häufig Gassi führt – selbstverständlich spaziert sie gerne mit ihm durch die Natur. Für unseren Greifswalder FC kam sie dann in dieser Saison meist von der Bank. „Natürlich wäre es cool auch häufiger in der Startelf zu stehen, aber ich glaube davon bin ich noch etwas entfernt. Aber man kann sich ja Ziele setzen. Aktuell freue ich mich über jeden Einsatz und würde gerne mal ein Tor schießen“, so Pia über ihre nächsten Pläne. Wenn sie dann noch Zeit findet und ihre Lieblingsmannschaften Borussia Dortmund, Hansa Rostock und der FC Liverpool nicht gerade spielen, probiert sich Pia Wiechmann sehr gerne in allen möglichen Sportarten aus. „Der Hochschulsport ist dafür natürlich super. In diesem Semester mache ich nebenher noch Ultimate Frisbee. Das macht auch unheimlich viel Spaß. Aber ich gehe auch gerne mal zum Bouldern“, sagt Wiechmann. Pia, wir freuen uns, dass du da bist und drücken dir die Daumen, dass du mit unserem Frauenteam auch die Tabelle nach oben klettern kannst.

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