„Wir haben ein paar Situationen, gerade in der ersten Halbzeit, die wir besser ausspielen können und dann das 2:0 machen. Dann wäre es ruhiger, so ist es bis zum Ende ein Zittern“, sagte Trainer Roland Kroos nach Abpfiff des Oberliga-Heimspiels unseres GFC gegen die TSG Neustrelitz. Es war ein Spiel, das vor allem von Kampf geprägt war. Doch der Start, er hätte besser nicht laufen können. Ein Pass nach vorne wurde von Peterson Appiah mustergültig weiterklatschen gelassen und so in den Lauf von Velimir Jovanovic gespielt. Der war durch, aber hatte das Auge für den völlig freien Lukas Knechtel. Der Mann der letzten Wochen ließ sich die Chance nicht nehmen und brachte uns nach fünf Minuten mit 1:0 in Führung. Ein frühes Tor, eine Seltenheit in dieser Saison. Und so richtig schienen unsere Jungs auch nicht zu wissen, wie sie damit umgehen sollten. Zwar hatten sie noch eine richtig gute Gelegenheit kurz nach dem Treffer, jedoch wurde diese nicht sauber zu Ende gespielt und so kam Knechtel nicht so recht in Abschlussposition. Danach aber ließ das Team ein wenig nach und das erlaubte Neustrelitz in die Partie zu finden.

Zwölf Minuten hatte es gedauert, da waren die Gäste erstmals vor unserem Tor. Ein Schuss wurde noch abgefälscht und verfehlte das Tor von Mika Schneider nur knapp. Fünf Minuten später kamen sie dann noch näher und trafen den Pfosten. Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte traf die TSG ein weiteres Mal das Aluminium. Zudem musste Kapitän Velimir Jovanovic bereits nach knapp einer halben Stunde ausgewechselt werden. Situationen, die in der Vergangenheit gerne mal dazu geführt hätten, dass das Spiel kippt. Doch in den letzten Wochen seit Jahreswechsel ist etwas zurückgekehrt, was wir in der Hinrunde oft vermisst hatten: das Spielglück. Diese Gelegenheiten waren dieses Mal eben nicht drin. Und unsere Jungs, sie bissen sich zurück ins Spiel. Eine große Kopfballchance von Julian Rüh ging nur knapp drüber. Bleon Salihu hatte mehrere aussichtsreiche Möglichkeiten, scheiterte allerdings jeweils am Gästekeeper. Die 1:0-Pausenführung ging in der Summe in Ordnung, jedoch hätten auch ein paar Tore mehr auf beiden Seiten fallen können. „Es war ähnlich wie das Spiel in Torgelow. Sehr zweikampfbetont, wieder ein MV-Derby, ich denke das haben wir wieder gut angenommen“, sagte Julian Rüh nach dem Spiel.

Die Verteidigung hält stand

Nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel dann noch körperbetonter. Immer wieder gab es härtere Zweikämpfe, sodass kleine Behandlungspausen notwendig waren. Es war schnell klar, hier ging es nun vor allem um Kampf und Einsatz. „Das ist die Grundvoraussetzung. Das sage ich auch vor jedem Spiel, dass wir erst mal den Kampf annehmen müssen. Und wir müssen darin auch besser sein als der Gegner. Mehr Laufarbeit als der Gegner machen“, so Roland Kroos. Und das machten unsere Jungs. Die Defensive zeigte sich immer wieder sattelfest. So bekam Mika Schneider in unserem Kasten kaum etwas zu tun. Einer der Gründe hieß an diesem Tag einmal mehr Jannis Farr. Der Außenverteidiger steigert sich aktuell von Spiel zu Spiel und verhinderte immer wieder mit wichtigen Zweikampfsiegen oder super Stellungsspiel brenzlige Situationen. „Man kommt mit den Spielen immer besser rein. Nach der Pause tut es auch gut, dass man jetzt wieder im Spielrhythmus ist und dann kommt auch die Form wieder zurück würde ich jetzt mal sagen. Ich denke daran liegt das, aber ich fühl mich auch gut und freu mich, wenn ich helfen kann“, sagte Jannis nach Abpfiff. Sein Abwehrkollege Julian Rüh reihte sich in die Abwehrkette nahtlos ein und klärte nach einer Ecke auch mal auf der Linie. „Ich freu mich wirklich, dass wir wieder kein Gegentor bekommen haben und wir mit der Viererkette funktionieren. Gerade in solchen Spielen, wenn man früh das Tor macht und das zweite nicht nachlegt ist es wichtig, keinen Gegentreffer zu kriegen. Wer kein Gegentor kriegt, kann nicht verlieren“, so Rüh. Ein Mal lag der Ball dann aber doch noch im Tor. Lukas Knechtel köpfte zunächst an die Latte, versenkte den Nachschuss, die Schiedsrichter sahen im Luftduell jedoch zu harten Körpereinsatz von Knechtel. Neustrelitz versuchte nochmal alles um den Ausgleich zu erzielen, dabei wurde ein Schuss sehr knapp vorbeigesetzt, ein anderer wurde kurz vor Abpfiff abgefälscht und von Mika Schneider entschärft. So blieb es beim knappen 1:0-Erfolg unseres Greifswalder FC, der damit punktetechnisch in der Tabelle voll oben mitmischt. In der kommenden Woche ist erst mal spielfrei für unsere Jungs, am 19. März geht es dann zum wichtigen Auswärtsspiel beim Rostocker FC.


Aufstellung: Schneider – Farr, Sanin, Rüh, Mietzelfeld – Sindik, Richardson – Salihu(67. Hecker), Jovanovic(28. Memaj/88. Selchow) – Appiah


Tor:

1:0 Knechtel (5.)


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