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„Wir hatten ziemlich viele Chancen, konnten aber nicht alle verwerten“, sagte Momoko Ujvari nach ihrem Debüt bei unserer zweiten Frauenmannschaft und fasste damit das leidige Thema dieser Saison in einem Satz zusammen. Und auch die andere Debütantin, Marlene Niemann, stimmte mit ein: „Die Chancenverwertung ist echt ein kritisches Thema, war dieses Mal auch nicht anders. Auch ich hatte einige Chancen die ich hätte reinmachen müssen, das ist definitiv ausbaufähig.“ Jubeln durfte die Offensivspielerin an diesem Tag trotzdem ein Mal. Aber zum Anfang. Um kurz nach 9 Uhr machte sich das Team gemeinsam von unserem Volksstadion aus auf den Weg zu ihrem ersten Spiel seit November letzten Jahres. Damals hatte man sich gerade so ein bisschen eingespielt, verbuchte einen Sieg im Testspiel beim Franzburger SV. Dabei konnten drei Treffer erzielt werden. Ungewöhnlich, hatte das Team doch in den vier Kreisoberligaspielen insgesamt gerade erst drei Tore erzielt. An den Möglichkeiten haperte es jedoch nie.

Am Sonntag ging es für das erste Testspiel des Jahres nun zur zweiten Vertretung der HSG Warnemünde. Und auch dort zeigten unsere Frauen wieder eine herausragende Leistung. „Wir haben vorne wie hinten richtig stark gespielt. Immer wieder haben wir uns Möglichkeiten erarbeitet“, beschrieb es Maike Boy. Sie alleine hätte einige Treffer erzielen können. „Marlene hat so viele gute Pässe gespielt und ich hab dann immer wieder die Torhüterin angeschossen, statt in die Ecken. Das ging aber nicht nur mir so, sondern uns allen. Daran müssen wir halt arbeiten“, sagte Boy. Die angesprochene Marlene Niemann hat die längste Zeit ihrer Laufbahn als 10’er gespielt, hat das gewisse Auge. „Ich mag es die Bälle zu verteilen“, sagte sie. Doch verteilen reicht oftmals nicht. Die Mädels brauchen Abschlüsse. „Natürlich trainieren wir das oft, im Training klappt das auch gut. Im Spiel müssen wir ruhiger werden und mehr Selbstvertrauen haben. Das nehme ich auch auf meine eigene Kappe. Wir spielen zu oft lieber nochmal ab, statt einfach abzuschließen. Am Ende ist es wichtig die vielen hundertprozentigen Chancen auch zu nutzen“, analysierte Wiebke Timm.

Tolle Moral führt zum Ausgleich

Im Fußball gibt es eine alte Weisheit: Wenn du Dinger vorne nicht machst, kriegst du sie hinten. Und so war es auch dieses Mal. Einmal nicht aufgepasst, kamen die Gastgeberinnen bei einem Konter durch und erzielten den Führungstreffer. Rückstand, trotz Überlegenheit. So etwas kann frustrieren. Nicht aber unsere Mädels. Die wussten genau, wie sie mit der Situation umgehen mussten und machten einfach weiter. Und wenn man sich so viele Möglichkeiten erspielt, dann muss einfach auch mal einer rein. Und so schlug die Stunde von Marlene Niemann. „Ich habe seit Jahren nicht mehr auf dem Platz gestanden“, verriet sie, erinnerte sich aber nicht mehr so genau daran, wie ihr wichtiges Tor zum Ausgleich zustande kam. „Ich weiß nur noch, dass ich von links kam und den Ball ins lange Eck an der Torhüterin vorbeigeschoben habe“, sagte Niemann. Nach dem wie fragt am Ende fast keiner mehr. Wichtig war der Treffer, der auch den 1:1-Endstand markierte. „Ich muss sagen dass wir sehr starke individuelle Spielerinnen haben, wir haben auch schon sehr gut miteinander funktioniert, das hat auch im Training schon gut geklappt. Im Spiel müssen wir aber noch mehr miteinander kommunizieren, damit es auch als Gesamtleistung im Team klappt, obwohl ich gegen Warnemünde da auch schon Besserung gesehen hab“, sagte Wiebke Timm nach dem Spiel und lobte die Stimmung im Team. Über die freute sich auch Momoko Ujvari, die sehr viel Unterstützung in ihrem ersten Spiel erfuhr. „Es ist wirklich schön, dass alle hinter mir standen und mich angefeuert haben, das hat sich wirklich wie ein Team angefühlt. Ich hoffe, dass meine Leistung zufriedenstellend war. Also ich war zufrieden. Ich hätte natürlich auch noch meine Chancen verwerten können, aber das wird mit der Zeit noch. Es hat auf jeden Fall mega viel Spaß gemacht mit dem Team“, so die 19-Jährige. 1:1 also, ein Ergebnis, mit dem man nicht zufrieden war, aber eine Leistung, auf die sich mit Blick auf die Rückrunde aufbauen lässt. Das erste Kreisoberligaspiel findet erst am 3. April statt, bis dahin wird es sicherlich noch einige Testspiele geben. „Wenn wir das alles dann nochmal ein bisschen lockerer nehmen, dann werden wir auch noch einige Punkte in der Rückrunde sammeln“, versprach Wiebke Timm abschließend.

Foto: Steffen Boy


Aufstellung: Räther – Swiatek, Grimm, Lutz, Timm, Rosenkranz, Niemann

Bank: Wahlers, Boy, Burghard, Ujvari

(Anm.: Es wurde frei durchgewechselt)


Tore:

1:0 Koss (39.)

1:1 Niemann (59.)

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14 − drei =