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Ghana, ein Land im Westen Afrikas. Für die meisten Europäer leider noch immer eine von vielen afrikanischen Nationen, nicht weiter beachtenswert. Nur wenige machen sich die Mühe mehr zu erfahren. Oder hättet ihr auf Anhieb die Hauptstadt nennen können? Eine die es kann ist Laura Gromodka. Die Spielerin unseres Frauenteams war im Rahmen ihres entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes in Ghana und jeden Freitag drei Stunden lang unterwegs nach Accra. In einem Tro-Tro. „Tro-Tros sind sowas wie Kleinbusse“, erklärt Laura, die in Ghana eine ganz besondere Zeit in ihrer Fußballkarriere erlebte. „Ich habe in Accra bei einem Bekannten meiner Gastfamilie trainiert. Er kümmerte sich um viele ghanaische Spieler, insbesondere während ihrer Saisonpausen. Bei einem Benefizspiel durfte ich sogar im Team von Derek Boateng mitspielen, ein ehemaliger Effzeh-Kollege von Lukas Podolski und Kapitän der ghanaischen Nationalmannschaft“, berichtet Gromodka. Und dieses Benefizspiel hat sie bis heute nicht vergessen. Auch wenn es sportlich nicht ganz so gut lief. „Ehrlich gesagt habe ich bei diesem Match keinen Stich gesehen. Die Spieler waren natürlich viel größer und schneller als ich. Lustig war es trotzdem“, so „Motte“.

Laura Gromodka(die Dame links) mit Derek Boateng

Angefangen hat Laura Gromodka mit dem Fußball in ihrer Heimat. Sie ist an der Müritz geboren, wo es sie auch heute noch immer gerne hinzieht. Nicht ungewöhnlich, immerhin liebt sie es auf und im Wasser unterwegs zu sein. Doch nicht immer lag ihr Fokus auf unserem Lieblingssport. Bevor ihre Fußballlaufbahn mit circa 13/14 Jahren begann, spielte sie Volleyball. „Dort bekam ich dann allerdings immer Ärger. Ich musste mir sehr häufig den Satz ‚Mit Volleybällen wird nicht geschossen!‘ anhören. Und dann ging alles ziemlich schnell“, erinnert sich die 30-Jährige. Zunächst spielte sie in der B-Jugend des SV Waren 09, dann ging es auf das Internat nach Neubrandenburg, wo sie natürlich auch für den FCN auflief und unsere Trainerin Lisa Cziborra kennenlernte. Zurück in der Heimat ging es für sie zur damals gerade neu gegründeten Frauenfußballabteilung des PSV Röbel/Müritz, ehe es sie noch zum Hamburg Eimsbütteler FC zog. Dann aber sollte der Rückschlag folgen. Verletzungsbedingt musste Laura ihre Karriere unterbrechen, zum damaligen Zeitpunkt sah es sogar danach aus, dass sie vorbei war. „Ich hatte mir im linken Fuß die Außenbänder gerissen. Ich war immer Rechtsfuß, das verrückte ist, seitdem bin ich beidfüßig“, erzählt Laura.

Doppeltes Comeback beim Greifswalder FC

Die Beidfüßigkeit bemerkte sie, weil sie im Herbst 2020 die Entscheidung traf, es doch nochmal mit dem Fußball zu probieren. Lisa Cziborra hatte sie damals zu unserem GFC geholt, doch aus dem hoffnungsvollen Neustart wurde nichts. „Im Winter wurde der Trainings- und Spielbetrieb dann ja eingestellt. Ich konnte das Team und den Verein daher nicht wirklich kennenlernen“, sagt Gromodka, die daraufhin erneut einen Schlussstrich zog. Es sollte aber wieder nicht das Ende ihrer Geschichte sein. Im Sommer meldeten sich nämlich unsere andere Trainerin, Madlen Burmeister, und der Autor dieses Artikels bei Laura, um ein weiteres Mal nach einem Comeback der talentierten Offensivspielerin zu fragen. „Ich war mir nicht sicher, ob ich es nochmal in Angriff nehmen sollte. Dann haben die beiden mir aber ganz schön Honig ums… Naja und den Rest kann man sich denken. Bin jetzt wieder dabei und habe es bisher auch nicht bereut“, lacht „Motte“. Für einen Einsatz hat es aus Zeitgründen zwar noch nicht gereicht, für das Jahr 2022 ist das aber fest eingeplant. Was Laura in der Zwischenzeit gemacht hat, dürfte vielen spätestens seit ein paar Wochen bekannt sein. Die Lehramts-Studentin hat ein Kinderbuch rausgebracht. „Fussel sucht das Funkeln“ heißt es und ist bereits auf dem Markt. Eine Geschichte um den kleinen Elf „Snoozelbert“ soll nächstes Jahr Weihnachten erscheinen. Und auch ein weiteres Buch steht schon in den Startlöchern. Daneben ist sie bereits an einer Grundschule als Lehrerin aktiv und hat dabei auch sehr viel Spaß. „Und das ist natürlich die perfekte Bestätigung für meine Berufswahl. Ich mag das Arbeiten mit Kindern sehr. Aber es fordert auch eine Menge Disziplin, damit die Motivation am Studieren nicht darunter leidet“, sagt Laura. Und natürlich darf auch die Motivation für den Fußball nicht flöten gehen. Darum spielt sie auch gerne mal mit den Kids auf dem Schulhof, wenn sie nicht gerade die falschen Schuhe an hat. „Neulich hat es allerdings auch mit Winterstiefeln ganz gut geklappt“, lacht Gromodka. Im Frühjahr, wenn es in der Verbandsliga für unsere Frauen hoffentlich weitergeht, sind es dann aber wieder Kunstrasenschuhe. Und auf dein Debüt freuen wir uns ganz besonders, Laura!

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