„Auch, wenn man es von mir nicht erwartet, ich habe vor meiner Fußballzeit ein halbes oder Dreivierteljahr Ballett gemacht. Aber ich konnte meine Eltern dann doch überreden, mich beim Fußball anzumelden“, sagt unsere neue Mittelfeldspielerin Rabea Weglowski. Und das war auch die völlig richtige Entscheidung. Eigentlich gab es aber auch keine andere Option, schließlich war sie doch sowieso jedes Wochenende auf den Fußballplätzen Rügens unterwegs. „Ich komme aus Sagard, einem kleinen Örtchen kurz vor Sassnitz. Und mein älterer Bruder spielte bereits im Verein. Weil meine Mama damals am Wochenende oft arbeiten musste und nur Papa zu Hause war, musste ich dann zu den Spielen und Turnieren meines Bruders immer mitkommen“, erinnert sich Rabea. So war es aber auch ganz natürlich, dass sie anfing sich ebenfalls für den Sport zu begeistern und mit ihren Freunden viel spielte. Auch in ihrem Verein, dem TSV 1862 Sagard, dem sie sich im Februar 2004 anschloss, ging vieles über Freundschaften. Damals spielte sie noch mit Jungs zusammen und fast die komplette Truppe ging auch mit ihr in eine Schulklasse. „Das war eine richtig tolle Zeit. Die Eltern haben uns auch super unterstützt, wir hatten richtig schöne Turniere und Trainingslager. Und unser Trainer, Eckhard Scheel, hat mich über all die Jahre immer wieder noch bei Spielen besucht. Das war für mich eine ganz besondere Mannschaft“, schwärmt Weglowski.

Neben ihrer Zeit bei dem Jungsteam hatte sie ab der D-Jugend auch ein Zweitspielrecht bei den Mädchen von Pommern Stralsund, dem nächstgelegenen Stützpunkt für Mädchenfußball. „Das war natürlich auch cool, weil wir mit Herrn Wolff und Herrn Meyer ab und an die größeren Teams wie Schwerin oder Neubrandenburg ärgern konnten“, sagt die heute 23-Jährige. Damals war sie noch stilecht mit ihrem Markenzeichen unterwegs, einem  Kopftuch mit dem Motiv eines klassischen Fußballs. „Daran haben mich alle erkannt“, sagt Rabea. Zunächst hatte sie sich wegen der tollen Mannschaft in Stralsund noch gegen das Zweitspielrecht in Neubrandenburg entschieden, zur achten Klasse wechselte sie dann aber doch auf das Sportgymnasium. „Ich musste meine Eltern echt überreden, aber sie sagten eben ganz klar: Vor der achten Klasse geht es nicht von zu Hause weg. Neubrandenburg war dann direkt nochmal eine ganz neue Erfahrung für mich“, so unsere Nummer neun. Damals spielte Neubrandenburg noch in der B-Juniorinnen Bundesliga, schwamm also im Teich mit den ganz großen Teams. „Das hat mir auch unheimlich viel Spaß gemacht. Die ganzen weiten Auswärtsfahrten mit Übernachtung, das hohe Niveau, ständig Großfeld spielen. Das war zwar eine Umstellung, aber auch, wenn wir ziemlich auf den Sack bekommen haben, war das eine super Zeit, die ich nicht missen möchte“, sagt Weglowski.

Alles mit Ketchup

Einen kleinen Rückschlag erlitt Rabea im Anschluss durch ihre erste ernstere Verletzung. „Ich hatte einen Apophysenabriss am Beckenkamm, der mich ein gutes, halbes Jahr vom Platz weggehalten hat. In der Saison sind wir dann auch abgestiegen. Ich kam dann aber als jüngster Jahrgang in die Frauen-Regionalliga und das war dann nochmal ein höheres Niveau. Es war viel körperlicher als in der B-Jugend und vor allem auch technisch und taktisch mit ganz anderen Anforderungen. Da muss man sich als 16-Jährige erst mal zurechtfinden und körperlich einiges aufholen“, erinnert ich Rabea. Mit dem Abitur, das sie 2018 in Neubrandenburg geschafft hatte, sollte sich ihr Leben dann verändern. Der 1. FCN war aus der Regionalliga abgestiegen, weil viele Talente den Verein verlassen hatten, andere Teamkolleginnen hatten nach dem Abi auch andere Pläne und so entschied sich Rabea für einen Studienplatz in Greifswald. Sie ist aktuell im siebten Semester ihres Medizinstudiums. „Dadurch, dass sehr viel Online stattfinden muss, verbringe ich viel Zeit in meiner Hängematte auf dem Balkon. Der ist nach Süden ausgerichtet und da ist das Lernen im Sommer natürlich besonders angenehm. Aber generell gefällt mir Greifswald zum Studieren sehr gut, weil es eben nicht zu groß ist und alles mit dem Fahrrad schnell erreichbar ist. Und im Sommer haben der Museumshafen und der Strand natürlich einen besonderen Reiz“, erzählt die 23-Jährige.

Trotz des Studiums in Greifswald spielte Rabea aber zunächst weiter für Neubrandenburg. Allerdings trainierte sie ab und an gerne schon bei unseren GFC Frauen mit. „Das erste Mal war ich im Mai 2019 da. Und natürlich hatte Lisa Cziborra dann auch einige Male gefragt, ob ich nicht auch ganz wechseln möchte. Aber das hatte ich zunächst noch immer von mir weggeschoben“, so Rabea. Das Niveau in Neubrandenburg sei damals einfach noch etwas höher gewesen, weil die ganzen jungen Mädels aus dem Sportgymnasium ins Frauenteam hochrutschten. Nachdem sich das Team jedoch im vergangenen Jahr aufgelöst hatte und eine Kooperation mit dem Rostocker FC einging, schien die Zeit für einen Wechsel gekommen. „Es hatte sich für mich dann einfach gut ergeben. Ich habe zwar nur ein Zweitspielrecht beim GFC, aber ich identifiziere mich sehr mit dem Team. Wir haben nochmal richtig gute Mädels dazubekommen. Wenn alle fit sind und das Mannschaftsgefüge und der Zusammenhalt im Team so bleiben, dann sehe ich die Chance, dass wir oben mitspielen. Ich glaube Platz eins oder zwei sind dieses Jahr möglich und dafür werde ich alles geben und mich mit einbringen“, verspricht Weglowski. Doch auch in der Regionalliga hatte sie in diesem Jahr schon Einsätze. Zwei der inzwischen drei Saisontreffer des Rostocker FC gingen auf das Konto unserer Rabea. Mit dem RFC will sie versuchen den Klassenerhalt zu schaffen, das stehe an oberster Stelle. Und wenn sie nicht gerade auf dem Fußballplatz steht oder in der Hängematte lernt, dann probiert sie sich in anderen Sportarten aus. Ob nun Tischtennis, Volleyball oder Windsurfen, sie ist für jeden Sport zu begeistern. Ihre größte Schwäche hingegen ist rot und kommt in Flaschen. „Ja, ich liebe Ketchup. Ich glaube, wenn meine Freunde mich beschreiben müssten, dann würde ihnen das als erstes einfallen. Ich esse es sehr viel, sehr gerne und zu allem möglichen“, verrät Weglowski. Rabea, wir freuen uns sehr, dass du dich uns endlich angeschlossen hast und für die neue Saison handeln wir gerne eine Ketchupprämie für jeden Treffer mit dir aus!

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