Es wird wieder ernst für unser Frauenteam. Am kommenden Wochenende steigt das erste Pflichtspiel des Jahres, wenn es im Pokal zum FC Anker Wismar geht. Am vergangenen Sonntag testete das Team daher nochmal gegen den TSV 1860 Stralsund um ein bisschen in den Rhythmus zu kommen. Es fehlten jedoch noch einige Spielerinnen, teils aus Verletzungsgründen und so musste Spielertrainerin Lisa Cziborra ins Tor gehen. „Ich denke mal ich habe mich einigermaßen gut geschlagen. Letztlich ist es mir nur wichtig, dass ich das Team unterstützen kann, ob nun von der Seitenlinie oder eben auch mal im Tor. Es hat Spaß gemacht“, so die gelernte Verteidigerin. Und die Partie begann kurios. Nachdem Mona Ebermann bereits zu zwei guten Chancen kam, gab es in der 18. Minute plötzlich Handelfmeter. Was war passiert? Nach einem Angriff unseres GFC sicherte die Gästetorhüterin den Ball. Eine Verteidigerin hatte dann jedoch anscheinend einen Blackout, dachte wohl es gäbe Abstoß und nahm den Ball in die Hand. Schiedsrichter Lukas Eichenberg zögerte kurz, pfiff dann aber und entschied auf Strafstoß. „Ich war auch kurz verwirrt. Ich habe gemerkt, irgendetwas stimmt hier doch nicht“, sagte Eichenberg in der Halbzeit schmunzelnd. Und wer übernahm die Verantwortung? Neuzugang Caro Foertsch, die aus der Innenverteidigung nach vorne sprintete. „Ich bin nach vorne gelaufen, weil sich keiner mit Sicherheit den Ball genommen hat und ich mich vom Punkt aus immer sehr sicher fühle und es in der Vergangenheit bisher sehr gut geklappt hat“, sagte Caro. Und so auch dieses Mal. Foertsch schoss den Ball souverän ins Tor und erzielte damit bei ihrem Debüt direkt ihren ersten Treffer: „Ja, besser hätte es nicht laufen können, das war wirklich ein schönes Debüt!“

Die Führung, ein Dosenöffner. Danach brachen alle Dämme und unsere Frauen legten so richtig los. Nur eine Minute danach verdoppelte Mona Ebermann den Vorsprung. Im Anschluss wurde kräftig durchgewechselt. Unter anderem kam Rabea Weglowski auf den Platz und es dauerte nur ein paar Sekunden, da klingelte es schon wieder. Weglowski erzielte das 3:0, bevor Ebermann, erneut nur eine Minute später, weiter erhöhte. In dieser Phase klappte bei unserem Greifswalder FC einfach alles. Es war noch nicht mal eine halbe Stunde gespielt, da erlief Laura Bürger über die linke Seite einen langen Pass. Die Stralsunder Torhüterin war raus gekommen, diese spielte Bürger aus, sah die besser postierte Johanna Grube in der Mitte und die schob den Ball überlegt ins lange Eck ein. Noch gar nicht auf der Torschützenliste war Stürmerin und Kapitänin Katrin Ringwald. Die bekam in der 31. Minute dann die große Chance, als sie zentral vor dem Tor stand. Dann jedoch wurde sie im letzten Moment am Abschluss gehindert – regelwidrig. Erneut gab es Strafstoß für unsere Frauen. Und wer sprintete sofort nach vorne? Caro Foertsch! „Tatsächlich hätte ich auch den zweiten geschossen, Katrin wollte aber auch einen schießen und ich hatte ja auch schon einen versenkt“, so Foertsch. Und genau so ist es, unsere Top-Torjägerin hatte sich für das Spiel auch einiges vorgenommen. „Tore vorbereiten ist auch gut, aber als Stürmerin möchte ich schon auch selbst welche machen. Ich hab mich über das Foul geärgert, weil ich sowas im Testspiel unnötig finde. Deshalb wollte ich die Chance nutzen wenigstens noch ein Tor daraus zu machen“, sagte Ringwald. Für die Zukunft werde aber im Vorfeld besprochen, wer die Elfer schießt. Caro Foertsch hatte sich dafür bereits subtil angeboten. „Ja, ich biete mich vom Punkt aus gerne an. Das klappt meistens sehr gut“, sagte Foertsch.

Jojo-„Hammer“ sorgt für lachende Gesichter

Das halbe Dutzend voll, aber noch nicht das Ende der ersten Halbzeit. Nach einer guten Kopfballchance von Weglowski nach einem starken Foertsch-Freistoß sollte dann doch das erste Gegentor fallen. Meike Gebauer überwand mit einem Gewaltschuss die bis dahin fehlerlose Lisa Cziborra und erzielte den Ehrentreffer. Bis zur Pause passierte dann nichts mehr. Als Vorsichtsmaßnahme wurde Foertsch nach ihrem guten Debüt dann endgültig ausgewechselt und ging in die Kabine. „Kurz vor der Halbzeit hatte ich ein Ziehen im rechten Oberschenkel, das fühlte sich wie eine Verhärtung an. Deshalb hat die Trainerin für mich entschieden, dass ich unten bleibe und mich duschen geschickt. Mit dem Team mal ein richtiges Spiel zu bestreiten war einfach schön, das war für mich das erste seit zweieinhalb Jahren und es hat schon ganz gut funktioniert. Wir konnten schon einiges, was wir in der Vorbereitung trainiert haben, umsetzen“, sagte Caro, mahnte aber zugleich: „Über die Gegentore müssen wir nochmal sprechen. Das war sicher auch eine Konzentrations- und Einstellungssache zu diesem Zeitpunkt.“ Denn es fielen noch zwei weitere. Zunächst konnte Leonie Kolod in der 56. Minute das 2:6 aus Stralsunder Sicht erzielen, zwei Minuten später fand ein Weitschuss von Lara Montzki den Weg über die weit vor dem Tor platzierte Cziborra ins Netz und halbierte den Rückstand. „Ja, mein Gott, der moderne Torwart spielt weiter draußen. In unserer Liga wird auch viel mit langen Bällen gearbeitet, die ich so abfangen konnte. Ich war quasi der kleine Libero“, konnte Lisa nach dem Spiel darüber lachen.

Lachen konnten auch noch die anderen Spielerinnen. Besonderen Anlass dafür gab die Szene, die zum 7:3 für unseren Greifswalder FC führte. Johanna „Jojo“ Grube versuchte es in der 67. Minute mit einem Weitschuss, der ihr jedoch ziemlich misslang. Eine Kombination aus Dusel, Regen und Kälte wird es gewesen sein, die diesem eigentlich ungefährlichen Ball einen Auftrag mit auf den Weg gab. Niemand kann genau sagen wie es passierte, aber das Leder flutschte durch die Hände der Stralsunder Torhüterin und hopste langsam über die Linie. „Das war halt auch einfach mehr Glück als alles andere. Ich dachte einfach nur, dass du das eigentlich keinem zeigen kannst, dass bei so einem Spiel dann auch noch so einer rein geht“, sagte Grube nach dem Spiel, die mit der Leistung der Mannschaft zufrieden war. „Allerdings müssen wir unsere Chancen noch besser nutzen“, so die Mittelfeldspielerin.

In der Folge plätscherte das Spiel so wie der abnehmende Regen ein wenig vor sich hin. Die ganz großen Gelegenheiten konnten sich nicht mehr erspielt werden. Quasi mit dem Abpfiff folgte dann nochmal ein schlimmer Fehlpass der Stralsunder Defensive, den Laura Bäcker für ihren Treffer zum 8:3-Endstand nutzte. Nach dem Spiel zeigte sich auch Spielertrainerin Lisa Cziborra alles in allem zufrieden. „Wir haben fulminant begonnen und gerade in der ersten Halbzeit sehr sehr gute Spielzüge gezeigt. Mich hat beeindruckt, wie gut wir teilweise im Mittelfeld kombiniert haben, wir müssen aber noch besser umschalten und nach dem Ballverlust gierig den Ball zurückerobern. Das Team hat gezeigt, wir haben Lust Tore zu schießen. Ich sehe uns für den Rest der Saison auch sehr gut aufgestellt, die Problematik besteht aber eher in den Absagen. Ich hoffe das ändert sich und die Mädels sehen den Nutzen in jedem einzelnen Training und Spiel und unterstützen das Team“, so die Aushilfstorhüterin. Am kommenden Sonntag im Pokalspiel beim FC Anker kann sie aber wohl auf einen vollen Kader bauen. Anstoß in Wismar ist um 14 Uhr, wir sind mit unserem Twitter-Ticker live mit dabei!

Fotos: André Gschweng


Aufstellung: Cziborra – Wiechmann, Dzerina, Foertsch, Indorf – Bäcker – Schramm, Ebermann, Grube, Bürger – Ringwald

Bank: Gutzeit, Timm, Weglowski, Würner

(Anm.: Es wurde frei durchgewechselt)


Tore:

1:0 Foertsch (18./HE)

2:0 Ebermann (19.)

3:0 Weglowski (23.)

4:0 Ebermann (24.)

5:0 Grube (27.)

6:0 Ringwald (31./FE)

6:1 Gebauer (39.)

6:2 Kolod (56.)

6:3 Montzki (58.)

7:3 Grube (67.)

8:3 Bäcker (90.)

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