Es war eine sehr anstrengende Woche für unsere ersten Frauen. Am vergangenen Mittwoch empfingen sie im Landespokal die Regionalligavertretung des Rostocker FC und schieden letztlich mit 0:3 aus. Und schon am Samstag ging es dann in der Liga weiter. Erneut ging es gegen den RFC, dieses Mal aber gegen die zweite Vertretung und dieses Mal waren unsere Mädels der Gast. Dazwischen wurde auch noch trainiert. „Das hatten wir alles natürlich auch in den Beinen, das haben wir schon gemerkt. Ich glaube deshalb haben wir die ersten 20 Minuten auch ein wenig verschlafen“, so Kapitänin Christiane Günther. Neun Minuten dauerte es, bis die Rostockerinnen durch Wiebke Lehmann in Führung gingen. Unsere Mädels, eigentlich die bessere Mannschaft, mussten den Schock aber nicht lange verdauen. Nur drei Minuten später setzte Christiane Günther zum Freistoß an und schoss das Leder zum Ausgleich ins Tor. „Das war natürlich sehr wichtig, dass wir da Gott sei Dank schnell drauf reagierten. So konnten wir direkt wieder den Anschluss ins Spiel finden“, sagte Günther.

In der Folge waren unsere Frauen die vermeintlich bessere Mannschaft, jedoch konnte dies nicht in Tormöglichkeiten umgemünzt werden. „Wir haben es uns selbst extrem schwer gemacht. Vor allem in der ersten Halbzeit gelang fast nichts, kein entscheidender Pass kam an und die Bälle sind versprungen. Von außen und auf dem Platz war es kein ansehnliches Spiel. Die beiden Mannschaften haben sich aber auch sehr neutralisiert, sodass es zu keinen Chancen auf beiden Seiten kam“, schätzte Mittelfeldspielerin Julia Schuster das Geschehen ein. Und so ging es mit einem 1:1 in die Kabine. Kein zufriedenstellendes Ergebnis, denn der Plan für dieses Spiel war eigentlich ganz klar. „Wir sind nach Rostock gefahren um die drei Punkte zu holen, das war von Anfang an das Ziel. Dementsprechend war die Ansage in der Pause auch, dass wir uns dringend belohnen müssen“, erzählte Günther. Doch dann kam es ganz anders. Angelique Mähner fasste sich drei Minuten nach Wiederanpfiff ein Herz und traf mit einem Weitschuss zur erneuten Führung des Rostocker FC II.

Ricarda mit Mumm zum Solo

Nun waren unsere Mädels also gefordert. Das zweite Mal in Rückstand, noch nicht die hundertprozentige Bindung zum Spiel. Sie ließen sich aber keineswegs aus der Ruhe bringen. „Wir waren mental extrem stark und blieben fokussiert, arbeiteten weiter. Wir haben uns nicht aus der Ruhe bringen lassen und einfach unser Spiel durchgezogen“, sagte Christiane Günther. Und das wurde belohnt. Ein Doppelschlag von Mona Ebermann und Rabea Weglowski sorgte dafür, dass unsere Mädels das Spiel nach knapp 70 Minuten drehen konnten. „Das hat uns nochmal extrem beflügelt“, erzählte Christiane. Und auch Julia Schuster pflichtet ihrer Kapitänin bei. „Es war immer noch kein Top-Spiel, aber einige Spielzüge haben dann doch immer mal geklappt und wir kamen besser ins Spiel. Ich war sehr zuversichtlich, dass wir das noch schaffen, da wir die bessere Mannschaft waren und wir vor allem defensiv auch gut standen, sodass wir nicht wirklich etwas zugelassen haben. Am Ende war es total verdient und wir hätten noch mehr Tore schießen müssen“, so Schuster. Die war bereits ausgewechselt, als es dann tatsächlich noch so kam. Nachdem sich doch noch ein klein wenig Nervosität bei unseren Mädels breit machte und die anstrengende Woche sich vielleicht ein wenig bemerkbar machte, nahm sich Ricarda Mumm den Ball und sorgte mit einer herausragenden Einzelaktion für die Entscheidung. Nachdem sie drei, vier Spielerinnen austanzte, schob sie das Leder souverän zum 4:2 ins Tor und damit war die Messe natürlich gelesen. „Wir wollten den Sieg so unbedingt, eine Niederlage, ja selbst ein Punkt wären enttäuschend gewesen. Jetzt sind wir Spitzenreiter und sind natürlich superglücklich mit der Situation und das wird uns jetzt nochmal weiteres Selbstvertrauen geben“, so Christiane Günther abschließend. Das Selbstbewusstsein können sie hoffentlich bereits am kommenden Sonntag wieder in Punkte umwandeln. Dann geht es zum nächsten Auswärtsspiel zum Penzliner SV, den sie in der Vorbereitung und in der Liga in diesem Jahr bereits zwei Mal besiegten. Los geht es dort um 10 Uhr.


Aufstellung: Schieback – Mumm, Krüger, Bücking, Wiechmann – Grube(55. Rosenkranz), Schuster(38. Bäcker), Günther – Weglowski, Ebermann(86. Würner), Empen(55. Gutzeit)


Tore:

1:0 Lehmann(9.)

1:1 Günther(12.)

2:1 Mähner(48.)

2:2 Ebermann(66.)

2:3 Weglowski(69.)

2:4 Mumm(90.+1)

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