Spielbericht 3. Spieltag Regionalliga Nordost

Allgemeine Daten

Datum So, 10.08.2025 14:00 Uhr Anstoß 14:00

Stadion Steigerwaldstadion

Zuschauer 6.462

Schiedsrichter Franziska Wildfeuer

Assistenten Christopher Gaunitz, Lucas Leihkauf

Greifswalder FC

2 : 3

FC Rot-Weiß Erfurt FC Rot-Weiß Erfurt

Aufstellung

Jakubov – Farr, Kaizer, Eder (79. Lämmel), Wagner – Richardson, Vierling, Hüther – Ndualu (46. Günay), Atilgan (71. Harz), Bokake Bolufe (90. Memaj)

Trainer

Markus Zschiesche

Gelbe Karten

Aufstellung

Otto – Moritz, Ikene, Awoudja, Caciel (90.+2 Felßberg), Wolf, Fehler (71. Adesida), Ugondu (71. Dehl), Santana Soares (90.+8 Uzun), Aboagye, Boboy

Trainer

Fabian Gerber

Gelbe Karten

Tore

Greifswalder FC 53. Atilgan 1 : 3 65. Atilgan 2 : 3

FC Rot-Weiß Erfurt 4. Ugondu 0 : 1 32. Moritz 0 : 2 49. Awoudja 0 : 3

Bericht

Auch im siebten Aufeinandertreffen hat es unser Greifswalder FC nicht geschafft Rot-Weiß Erfurt zu besiegen. Stattdessen unterlag der GFC in der Thüringer Landeshauptstadt mit 2:3. Für den neutralen Zuschauern war es angesichts vier roter Karten, fünf Toren und Spannung bis zur letzten Sekunde ein echtes Spektakel.

Mit Benyamina, Eglseder, Hoffmann, Tomety-Hemazro, Daedlow, Vogt und Strietzel fehlten sieben Spieler im Kader von Trainer Zschiesche.

Lange dauerte es nicht, bis unser Team in Rückstand geriet. Eine Kombination durch die Greifswalder Defensive reichte, um Ugondu freizuspielen, der den Ball ins leere Tor einschob (4.). Erfurt blieb auch weiter dominant, vom GFC kam offensiv so gut wie nichts Gefährliches nach vorne. Aboagye hätte nach 20 Minuten für die Hausherren erhöhen können, doch sein Schuss rauschte knapp am Jakubov-Tor vorbei. Rot-Weiß war schwer zu stoppen – wenn dann nur mit Fouls. Und so war es auch ein Standard, der das 0:2 aus Sicht unserer Mannschaft herbeiführte. Ein Freistoß landete in der Mauer, den Nachschuss wehrte Jakubov zur Seite ab, wo Moritz einlief und vollstreckte (32.). Wenig später war Jakubov auf dem Posten und verhinderte noch Schlimmeres (37.).

Der erste Abschluss unseres Teams kam erst in der 43. Minute, der Freistoß-Versuch von Bokake Bolufe flog allerdings über das Tor.

Viel nahm sich das Team dann für Durchgang zwei vorn, um drei Minuten nach Wiederbeginn direkt den Nackenschlag zu bekommen. Im Zweikampf mit Aboagye sprang der Ball aus kürzester Distanz irgendwie von Kaizers Körper an den Arm und dann ins Toraus. Alle rechneten mit einem Eckstoß, doch plötzlich zeigte die Schiedsrichterin auf den Punkt. Awoudja bedankte sich für das Geschenk und traf zum 3:0. Es sah danach aus, als ginge es nur noch um die Höhe des Ergebnisses.

Doch plötzlich kippte das Spiel. Hüther flankte auf Atilgan, der den Ball volley ins Tor knallte – 1:3 (53.). Und es ging weiter: Aboagye foulte Richardson und sah die rote Karte (56.). Wenig später flankte Farr einen Ball vor das Tor, RWE-Torwart Otto kam nicht richtig ran und so schob Atilgan zum 2:3 ein (65.). Auf einmal war alles wieder drin! Nur zwei Minuten später das nächste Ding! Wolf sah nach wiederholtem Foul die gelb-rote Karte, obendrein flog auch noch der Torwarttrainer mit rot vom Platz. Der GFC also fortan mit zwei Mann mehr.

Doch Erfurt nahm ab diesem Moment das Tempo bei jeder Möglichkeit raus. Abstöße dauerten länger und auch Einwürfe wurden regelrecht zelebriert. Dazu standen die Thüringer logischerweise tief in der eigenen Hälfte und so kamen keine Lücken auf. Als sich die Erfurter in der siebten Minute der Nachspielzeit mal befreiten, zog Vierling das taktische Foul und flog mit gelb-rot ebenfalls vom Platz. Eine letzte Möglichkeit sollte es für den GFC aber noch geben: Ein langer Ball, der von Günay im Strafraum verlängert wurde, landete von einem Erfurter Oberschenkel fast im Tor. Es war die letzte Chance in einer wilden Partie.

FC Rot-Weiß Erfurt – Greifswalder FC 3:2 (2:0)

Rot-Weiß Erfurt: Otto – Moritz, Ikene, Awoudja, Caciel (90.+2 Felßberg), Wolf, Fehler (71. Adesida), Ugondu (71. Dehl), Santana Soares (90.+8 Uzun), Aboagye, Boboy

Greifswalder FC: Jakubov – Farr, Kaizer, Eder (79. Lämmel), Wagner – Richardson, Vierling, Hüther – Ndualu (46. Günay), Atilgan (71. Harz), Bokake Bolufe (90. Memaj)

Tore: 1:0 Ugondu (4.), 2:0 Moritz (32.), 3:0 Awoudja (49./Elfmeter), 3:1, 3:2 Atilgan (53., 65.)                                           

Zuschauer: 6.462

Schiedsrichter: Franziska Wildfeuer

Vorbericht

Wer nach dem Auftaktspiel beim Chemnitzer FC nervös wurde und ein unruhiges Gefühl im Bauch hatte, dem gab unsere Mannschaft am vergangenen Wochenende gegen Chemie Leipzig die wohltuende Dosis Fencheltee. Die zum Fußballspiel gewordene Wärmflasche in Form des 3:0-Siegs und absoluter Dominanz dürfte die Furcht vor einer anstrengenden Saison mit Sorgen wohl erst mal genommen haben. Selbst das Fehlen von Cheftrainer Markus Zschiesche an der Seitenlinie löste bei den Spielern keine Panik aus und so sicherten wir uns den verdienten Heimsieg. Nun geht es allerdings zum Angstgegner. Gegen sechs Teams ist unser GFC in Pflichtspielen noch ohne Sieg, doch gegen keines hatten wir so viele Versuche wie gegen Erfurt. Zwei Remis und vier Niederlagen stehen zu Buche. Aber Bange machen ist nicht! Die sieben ist schließlich eine Glückszahl, nicht umsonst erzielte unsere ehemalige Nummer sieben, Guido Kocer, zwei unserer drei Tore gegen Erfurt. Im siebten Anlauf wollen wir das Schreckgespenst nun also verjagen. Unsere neue #7 hat schließlich auch erst ein Mal in fünf Spielen gegen Erfurt verloren. Also Herr Günay, versetzen Sie Erfurt in Schaudern!

Ausgangslage – So früh wie nie

Der Fehlstart ist abgewendet, unser Greifswalder FC hat den ersten Saisonsieg gefeiert und ist damit in der Spielzeit angekommen. Die Zahnräder greifen immer besser ineinander und unsere Jungs harmonieren gut. Insbesondere die Kombination Richardson-Atilgan funktionierte gegen Leipzig fantastisch, das erste Tor war ein Sahnestück. Nichtsdestotrotz befinden wir uns nach wie vor am Anfang der neuen Spielzeit. Die Tabelle hat noch keine Aussagekraft, auf die gesamte Saison betrachtet. Das, was heute Fakt scheint, kann morgen schon wieder Humbug sein. Alle Teams sind noch in der Findungsphase und entsprechend war die Chance auf einen Sieg in Erfurt noch nie so groß wie jetzt. In den vergangenen drei Jahren trafen wir am zehnten, elften und zwölften Spieltag das erste Mal auf RWE, so früh wie dieses Jahr also noch nie! Und Trainer Markus Zschiesche weiß, wie es geht: Er hat drei seiner sechs Duelle mit Erfurt und Fabian Gerber gewinnen können. Also, den Schwung aus dem Heimsieg mitnehmen und auch Auswärts den ersten Dreier holen!

FC Rot-Weiß Erfurt – Gnadenlos effizient

Zwei Spiele, zwei Siege. Gleich drei Teams legten den perfekten Start in die neue Regionalliga-Saison hin. Neben Jena und dem Halleschen FC gehört auch unser Gegner Rot-Weiß Erfurt in diesen elitären Kreis. Aber war das auch so souverän, wie es klingt? Mitnichten. Am ersten Spieltag sorgte das Tor von Aboagye zum 2:0 in der 90. Minute für die Erlösung gegen Luckenwalde, die sogar nochmal den Anschlusstreffer erzielen konnten. Und vergangene Woche? Wieder war es ein Treffer in der Nachspielzeit, der den 3:2-Sieg beim BFC Dynamo nach verschlafener erster Hälfte und hergeschenkter 2:0-Führung besorgte. Erfurt ist effizient, Erfurt hat Nerven aus Stahl, Erfurt ist immer gefährlich. Aber Erfurt ist auch verwundbar. Die Defensive ist nicht immer sattelfest. Bereits zwei Gegentore gab es für Erfurt nach Eckbällen. Die Abstimmung in der Innenverteidigung mit Neuzugang Sofiane Ikene, immerhin Nationalspieler Luxemburgs, scheint noch nicht ganz zu funktionieren. Umso größer ist der Einfluss von Stanislav Fehler in der Offensive, der aus Sandhausen kam. Erfurt braucht nicht viele Chancen, entsprechend konzentriert müssen wir von Anfang an ins Spiel gehen!

Fun Fact – Vier für Vierling

Sechs Jahre hat Lucas Vierling beim FSV Luckenwalde gespielt, ist mit den Brandenburgern aufgestiegen und war deren Kapitän. Im Sommer kam er zu unserem GFC und hat sofort Verantwortung übernommen, ordnet unsere Mittelfeldzentrale und ist durch die Abwesenheit von Soufian Benyamina auch sofort Aushilfskapitän geworden. Er scheint eine Menge zu können, Torbeteiligungen sind hierbei allerdings nicht unbedingt sein erster Job. Umso auffälliger ist es, wenn er dann doch mal trifft oder einen auflegt. Gegen Erfurt passiert das interessanterweise besonders häufig. Von seinen zehn Toren in der Regionalliga Nordost erzielte er die meisten gegen RWE, gleich drei. Zudem gelang ihm einer seiner fünf Assists auch gegen die Thüringer vor. Also, vier seiner 15 Scorerpunkte in unserer Liga erzielte er gegen unseren kommenden Gegner, lediglich in einem Spiel gegen die Erfurter war er an keinem Treffer beteiligt. Als Kapitän traf er sogar immer gegen Erfurt. Was soll da noch schiefgehen? Auf zum vierten Treffer gegen Erfurt, Vierling!

* Noch nicht terminiertes Spiel. Datum und Uhrzeit können sich ändern.