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„Ich hatte den weltbesten Trainer, meiner Meinung nach. Der hat mir menschlich wie fußballerisch enorm viel beigebracht. Und auch die Mannschaft war einfach unglaublich toll. Durch sie habe ich die Liebe zum Fußball entwickelt“, schwärmt Jette Gutzeit. Die Außenverteidigerin hat sich zu dieser Saison unserem ersten Frauenteam angeschlossen, blickt aber mit besonderer Freude auf ihre Jugendzeit beim Walddörfer SV in Hamburg zurück. Dort kommt Jette her und ist glühender Fan des FC St. Pauli. „Ich finde die Stimmung im Stadion unfassbar toll. Der Zusammenhalt der Fans, das wofür der Verein steht, man kann den Verein einfach durchweg supporten, auch wenn es mal nicht so läuft. Aber aktuell spielen sie ja auch noch schönen Fußball“, sagt Jette. Pauli ist im Aufstiegsrennen der zweiten Liga dabei, steht dazu im DFB-Pokal-Viertelfinale. An den Aufstieg traut sich Jette aber noch nicht zu denken. „St. Pauli neigt ja gerne mal dazu eine Saison konstant sehr gut oder sehr schlecht zu spielen und zum Ende hin dann das genaue Gegenteil zu machen. Einerseits wäre es schon cool, würden wir hochgehen und der HSV nicht. Aber in der ersten Liga würden wir sicher auf die Mütze bekommen und das macht dann auch nicht so viel Spaß“, so Gutzeit.

Jette hatte in ihrer Jugend tatsächlich auch die Ehre für ihren Herzensverein zu spielen. Nach kurzem Intermezzo beim Sporting Clube Hamburg begann sie mit elf Jahren bei den Kiezkickern. „Ich habe drei bis vier Jahre dort gespielt und natürlich war das mal cool für den Verein zu spielen. Aber der Trainer hatte dann in meinen Augen alles verkackt. Hat total blöde Spielerinnen geholt und dadurch hat sich die Mannschaft mit der Zeit aufgelöst und wir sind alle weggegangen“, resümiert die heute 20-Jährige. Doch dies war ihr Glück. Sie drohte das große schwedische Fußballturnier, den Gothia-Cup, zu verpassen. „Ich war mit St. Pauli mal da und wollte da gerne wieder hin. Da hab ich dann geguckt ob es einen Verein gibt, der dort hinfährt. Dadurch bin ich dann auf den Walddörfer SV aufmerksam geworden, der mich auch schon beeindruckt hatte, als ich mal gegen die gespielt hatte“, so Gutzeit. Mit dieser Mannschaft fuhr sie dann fünf Mal nach Schweden, zunächst als Spielerin, später als Trainerin. „Wir waren einfach eine Truppe, die sich super toll verstanden hat und auch als Mannschaft funktionierte. Natürlich gibt es immer Freundesgruppen innerhalb des Vereins, aber man hatte hier halt die ultraguten Freunde, aber auch mit allen anderen hatte man eine enge Verbindung“, erzählt Jette.

Freunde fürs Leben

Diese enge Bindung zueinander hatte sich auch durch die vielen Reisen zum Gothia-Cup entwickelt. Ein Turnier, das Jette bis heute begeistert. „Für den kommenden Sommer habe ich geplant, dass wir da mal als Fans hinfahren“, sagt Jette und fügt hinzu: „Wir sind bis heute eine Gruppe von acht bis zehn Leuten aus dem damaligen Team, die sich jedes Jahr zwei Mal trifft. Das finde ich cool, weil wir ja alle inzwischen in ganz Europa verstreut leben, aber das zeigt auch, wie viel Herzblut dahintersteckte.“ Mit 15 Jahren ist Jette dann nochmal für ein Jahr nach Irland, wo sie nur ein wenig nebenbei kickte, ehe sie ins Frauenteam des WSV aufstieg. Auch dort sei es zwar cool gewesen, aber nicht mehr das gleiche wie in der Mannschaft zuvor. Durch weitere Reisen habe sie dann nicht mehr ganz so aktiv gespielt, ehe sie dann im Oktober 2020 den Weg nach Greifswald fand. Jette studiert hier Mathematik. „Es macht mir ultra viel Spaß. Ich bin ein kleiner Nerd was das angeht, ich habe einfach Spaß mir das ganze abstrakte Zeug reinzuballern“, so Jette. Aber das reicht ihr nicht im Leben, sie muss auch noch andere Dinge reinballern, Fußbälle zum Beispiel. „So sehr ich Mathe auch liebe, ich brauche meinen Ausgleich und den finde ich mit Fußball am besten. Darum habe ich in Greifswald auch recht schnell nach einem Verein gesucht“, erzählt sie.

Kurz nachdem sie ein paar Mal mittrainiert hatte kam jedoch Corona dazwischen und ließ den Fußball bis ins Frühjahr 2021 pausieren. „Wir haben dann Online-Training gemacht. Ich lernte also quasi die Zimmer der Leute kennen, aber die Personen selbst noch gar nicht so richtig. Das änderte sich dann, als es wieder richtig los ging und dann wurde ich auch nochmal neu aufgenommen, das war mega schön“, erinnert sich Gutzeit. Die Mädels seien immer sehr interessiert auf sie zugekommen, hätten nachgefragt, wer sie sei und was sie mache. „Ich hab das Gefühl, dass man sich während, aber auch außerhalb des Trainings einfach so viel zu sagen hat. Man kann gut miteinander quatschen, aber vor allem auch richtig gut zusammen Fußball spielen“, sagt die Studentin. Das zeigt auch die bisherige Saison, in der unser Frauenteam in der Verbandsliga oben mitspielt. „Ja, es ist ein Leistungsniveau da. Aber innerhalb des Teams ist es halt auch völlig egal, wenn man nicht so mithalten kann. Man muss sich nur Mühe geben, Bock haben zu spielen und wenn man dann mal einen Fehler macht, ist das in Ordnung. Wenn man was Gutes macht, dann wird das wiederum mega gehyped. Das ist eine geile Stimmung auf dem Platz“, schwärmt Jette nun auch über unseren Greifswalder FC. Und wir geraten ins Schwärmen, wenn wir das hören. Wir sind froh, dass du nun Teil unseres Teams bist und freuen uns dich wieder auf dem Platz zu sehen, Jette!

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