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Es war das vermutlich speziellste Spiel der bisherigen Saison für unsere GFC-Frauen. Im Volksstadion trafen sie auf die HSG Warnemünde, bei der sie stark ersatzgeschwächt im Hinspiel mit 0:6 verloren. „Am Ende des Tages war es ein verdienter Sieg für Warnemünde, aber in Top-Besetzung glaube ich schon, dass wir mithalten können. Die anderen beiden Saisonspiele gegen Warnemünde werden ganz andere“, so Trainerin Lisa Cziborra nach der damaligen Klatsche. Dieses Mal sollte es also besser laufen und tatsächlich bewiesen unsere Mädels, dass das Hinspiel als Ausrutscher abgetan werden kann. Auf dem heimischen Kunstrasen zeigten sie eine kämpferisch sehr engagierte Leistung, die nach einer knappen halben Stunde dann sogar mit der etwas überraschenden Führung belohnt wurde. Innenverteidigerin Wiebke Gustmann sorgte mit einem Freistoß für das 1:0. „Also ich wusste ja, dass Christiane Günther sonst immer die Freistöße geschossen hat. Da sie ja nicht mehr da ist und sich auf dem Platz keiner aktiv in Richtung Ball bewegt hat, dachte ich mir: warum soll ich es nicht probieren?“, erzählt Wiebke und beschreibt die Situation weiter: „Der Freistoß war von halblinks und gut 25 Meter vom Tor entfernt, also gut für einen direkten Abschluss. Ich habe den Ball aber nicht wirklich gut geschossen und habe mich schon verärgert umgedreht, aber irgendwie hat die Torhüterin von Warnemünde ihn sich selbst noch reingehauen. Dann habe ich nur noch gehört, dass die anderen sich gefreut haben.“

Nach der Führung verpassten es unsere Frauen jedoch ihr Spiel weiter durchzuziehen. „Wir haben da einfach zu viel Respekt gezeigt“, sagt Lisa. Und so erzielte Warnemünde fünf Minuten vor der Pause den Ausgleich, mit dem es dann auch in die Halbzeit ging. Es war ein komplett anderes Spiel als noch in der Vorwoche, als ein lockerer 7:0-Erfolg über Wismar eingefahren werden konnte. Paula Bartl gab dort ihr Debüt und wurde von der Trainerin für ihren Einsatz gelobt. Auch gegen Warnemünde war sie wieder mit dabei. „Für mich war der Einstieg gegen einen schwächeren Gegner letzte Woche natürlich ein Geschenk, da konnte ich viel Selbstbewusstsein tanken und mich an das Spielen in der neuen Mannschaft gewöhnen. Die positive Erfahrung aus dem letzten Spiel hat mir und ich glaube dem ganzen Team geholfen auch positiv in das Spiel dieser Woche reinzugehen, auch wenn wir natürlich wussten, dass der Gegner dieses Mal von einem ganz anderen Schlag sein würde. Aber gerade in der ersten Hälfte haben wir denke ich bewiesen, dass wir auf diesem Niveau sehr gut mithalten können“, fasst Bartl zusammen. Mithalten ist das eine, für einen Platz ganz oben, da fehlt vielleicht noch ein klein wenig was. „Wir waren kämpferisch zwar richtig gut und haben uns in jeden Ball geschmissen, aber um zu gewinnen riskieren wir noch zu wenig nach vorne. Hinzu kam, dass wir sehr schlecht in die zweite Halbzeit gestartet sind und Warnemünde das gleich ausgenutzt hat“, erzählt Lisa Cziborra und beschreibt damit den Treffer der Gäste zum 1:2 nach knapp einer Stunde.

Insgesamt war es schon eine gute Leistung und kein Vergleich zum ersten Duell mit den Ligafavoritinnen. Jedoch mangelte es oft noch an den Grundlagen. Pässe, gerade auf engerem Raum, verhungerten auf dem Weg oder waren zu ungenau, teils auf Schienbeinhöhe gespielt, was zu fehlerhaften Ballannahmen führte. Außerdem gab es noch zu viele Ballverluste bei Einwürfen und Abstößen. Etwas, das bei den vielen Neuzugängen sicher nicht ungewöhnlich ist, woran die Mädels bis zum wichtigen Spiel in Schwerin in zwei Wochen aber noch arbeiten müssen. Die Neuen haben sich jedoch bereits gut integriert. „Wir haben als Team gut zusammengespielt. Gerade von unserer Abwehr, die so noch nie zusammen gespielt hat, war ich positiv überrascht“, sagt Wiebke Gustmann. Nach dem Sonderlob für Paula Bartl in der letzten Woche, gab es ein solches dieses Mal auch für die Torschützin. „Wiebke hat ein überragendes Spiel gemacht. Sie hat sehr viel Sicherheit ausgestrahlt. Mit ihrer Ruhe und dem körperlichen Einsatz war sie eine der besten Spielerinnen heute“, so Trainerin Lisa Cziborra. Sie selbst freut sich zwar darüber, sieht bei sich aber noch Luft nach oben. „Da ich jetzt anderthalb Jahre nicht gespielt habe ist in Sachen Spielpraxis und auch Kondition noch einiges was ich verbessern möchte, um an mein vorheriges Niveau anknüpfen zu können“, so Gustmann. In den kommenden zwei Wochen wird sie sicher hart daran arbeiten, genau wie die gesamte Mannschaft. „Schwerin hat gerade einen sehr positiven Lauf“, berichtet Lisa Cziborra und fügt an: „Wir werden jetzt im Training nochmal richtig Fokus auf das Spiel legen um das Jahr mit einem Sieg zu beenden.“ Und auch Paula Bartl wird dann wieder mit von der Partie sein, die ebenfalls wieder eine gute Leistung zeigte und nach der 1:2-Niederlage schon nach vorne blickt: „Das Training mit so einer guten Mannschaft macht unfassbar viel Spaß und ich merke bei jeder Einheit, wie viel ich daraus mitnehmen kann. Aber abgesehen von der persönlichen Leistungssteigerung steht für die nächsten zwei Wochen natürlich im Vordergrund, sich als ganze Mannschaft auf das letzte Spiel vorzubereiten und da drei Punkte zu holen.“ Wir drücken die Daumen! Anstoß in Schwerin ist am Sonntag dem 28. November um 11 Uhr.


Aufstellung: Schieback – Gutzeit, Gustmann, Mumm(90. Würner), Bartl – Ringwald, Weglowski, Grube(75. Indorf) – Bürger, Ebermann, Schramm(58. Wiechmann)


Tore:

1:0 Gustmann(26.)

1:1 Le Quoc(39.)

1:2 Hanto(57.)

 

Titelbild: André Gschweng


Zweite überwindet Abschlussschwäche

Auch unsere zweiten Frauen waren am Wochenende auf dem Platz. Das Team von Spielertrainerin Anne Räther fuhr zu einem Testspiel nach Franzburg. Das Hauptziel: Tore schießen! Nicht nur ein Mal war die Schwäche im Abschluss das große Problem unserer Mädels, die sich in den Spielen meist zahlreiche Torchancen erspielen. Zu Beginn verlief das Spiel aber genauso wie die zuvor. „Ich hatte das Gefühl, dass wir uns vor allem gegen Ende der Ligaspiele immer weiter verbessert haben. Auch dieses Mal war es nochmal ein Stück stärker als gegen Gransebieth in der Vorwoche. Aber in der ersten Halbzeit haben wir schon wieder so viel liegen lassen“, erzählt Maike Boy. Tatsächlich erspielten sich unsere Mädels wieder viele Möglichkeiten. „Wir haben saubere Pässe gespielt, die Ballannahmen waren nochmal besser und deshalb haben wir super Chancen gehabt. Das hat echt Spaß gemacht, aber zwischendurch hatten wir auch ein bisschen Pech“, sagt Elisa Rosenkranz. Mit einem 0:0 ging es in die Pause, jedoch konnten die Mädels zufrieden sein.

Die zweite Halbzeit lief dann genauso weiter, bis Maike in der 46. Minute nach einem Abpraller zur Stelle war. Mit ihrem schwächeren, linken Fuß schob sie den Ball an der gegnerischen Torhüterin vorbei ins Tor. „Das ist schon ein geiles Gefühl, wenn man nach so vielen vergebenen Chancen, auch über die letzten Wochen gesehen, dann diejenige ist, die das Tor macht“, so Maike. Und das war dieses Mal nur der Anfang. Michelle Empen, die gegen Gransebieth schon erfolgreich war, traf auch jetzt wieder. „An das Tor erinnere ich mich gar nicht mehr so genau. Ich weiß nur noch, dass ich die Torhüterin getunnelt hab. Aber im Vergleich zum für mich schwachen Spiel gegen Gransebieth, war es dieses Mal schon eine deutliche Verbesserung“, so Empen. Und auch ein drittes Tor sollte noch gelingen. Elisa Rosenkranz stand nach einem Zuspiel völlig frei und schoss das Leder rechts ins Tor. „Wir müssen einfach mehr Mut haben zu schießen. Das zieht sich durch die ganze Saison so ein bisschen durch. Aber dieses Mal hat das ja schon viel besser geklappt“, sagt Rosenkranz. Trotz durchaus guter Abwehrleistung kassierten unsere Mädels aber auch zwei Gegentore nach Unaufmerksamkeiten. Nichtsdestotrotz sprang aber am Ende ein verdienter 3:2-Auswärtssieg für unsere zweiten Frauen heraus. „Es ist vor allem schön, dass wir dieses Mal keine Hilfe von den ersten Frauen brauchten. Gegen Penzlin war Julia Schuster dabei und schoss das einzige Tor. Dieses Mal haben wir es auch alleine geschafft und das ist natürlich nochmal besonders schön“, fasst Maike Boy am Ende zusammen. Herzlichen Glückwunsch zum Sieg Mädels, wir freuen uns auf den nächsten!

Foto: Steffen Boy

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