Frauen verpassen Pokalfinale im Elfmeterschießen
Was für ein Pokalfight unter Flutlicht! In einem emotionalen und hochklassigen Halbfinale im Polytan Landespokal-Halbfinale lieferten sich unsere GFC-Frauen mit dem Regionalligisten F.C. Hansa Rostock einen packenden Schlagabtausch, der erst im Elfmeterschießen entschieden wurde. Am Ende fehlte nur das Quäntchen Glück – doch der Auftritt unserer Mädels verdiente größten Respekt.
Für viele war es das vorgezogene Finale und es hielt, was es versprach. Am Mittwochabend unter Flutlicht empfingen unsere GFC-Frauen die Regionalligistinnen des F.C. Hansa Rostock zum Halbfinale im Polytan Landespokal. Als Zweitplatzierte der Verbandsliga, die in der Liga die letzten fünf Spiele gewannen und nur einen Gegentreffer kassierten, hatte das Team von Steven Oklitz natürlich sehr viel Selbstvertrauen. Der 1:0-Sieg über die Kogge in der Hallenlandesmeisterschaft untermauerte dies und entsprechend furios starteten unsere Mädels auch ins Spiel. Eva Hoppe schickte nach fünf Minuten Paula Falk mit einem Pass aus der Drehung über die linke Seite. Die sah in der Mitte Leonie Tebrügge, die sich super drehte und den Ball mit rechts in den Winkel kloppte! Die frühe Führung brachte direkt noch mehr Sicherheit, währte jedoch nicht lang. Ausgerechnet die Ex-Greifswalderin Jette Schramm bekam von Celina Hanto einen Sahneball in den Lauf gespielt und versenkte ihn in der elften Minute im langen Eck. Danach war es eine weitestgehend ausgeglichene Partie. Unser GFC verteidigte die gegnerischen Flankenbälle gut weg und versuchte Nadelstiche nach vorne zu setzen. Kurz vor der Pause kamen auch nochmal ein paar kleine Chancen zustande. Umso bitterer dann die Nachspielzeit. Bei einem Steckpass in Richtung Grundlinie verletzte sich Enya Stolz, kam nicht mehr rechtzeitig zurück. Ricarda Mumm verlor in der Mitte den Zweikampf gegen Celine Hanto und die köpfte über Louis Hanke zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt zum 1:2 aus unserer Sicht ein.
Es war nicht das einzige Handicap, mit dem unsere Mädels in die zweite Hälfte ging. Für Enya Stolz ging es tatsächlich nicht weiter, sodass Paula Bartl sie ersetzte. Nur wenige Minuten später musste auch die wuselige Mona Ebermann raus, Finja Pester kam dafür ins Spiel. Das tat dem Spiel aber keinen Abbruch. Unser GFC glaubte weiter an sich und Leonie Tebrügge war in der 52. Minute hellwach. Sie erahnte einen Rückpass von Vivien Knappe, sprintete dazwischen und ging an der Torhüterin vorbei. Sie behielt die Ruhe, zog aus spitzem Winkel nicht gleich ab sondern legte sich den Ball noch fein säuberlich zurecht, bis sie mit ihrem Doppelpack den Ausgleich markierte. In der Folge war unser GFC kurzzeitig etwas besser im Spiel, Hansa verlor etwas die Ordnung, jedoch konnte das nicht gut genutzt werden. Mit zunehmender Dauer drängte Hansa dann aber immer mehr auf den Führungstreffer. Unzählige Eckballphasen mit drei, vier, fünf am Stück, sorgten immer wieder für Gefahr. Dennoch retteten wir uns in die Verlängerung. Dort übernahm Hansa dann endgültig die Kontrolle, zumeist standen wir defensiv aber kompakt. Nur zwei Mal wurde es brenzlig, Louis Hanke bewahrte uns mit starken Reflexen und überragendem Stellungsspiel vor dem Pokalaus. Die Entscheidung musste also vom Punkt fallen. Nach jeweils drei Schützinnen stand es 2:2. Nachdem Hansa verschoss, war die Chance da, jedoch versenkten auch wir den Ball leider nicht im Tor. Jette Schramm brachte Hansa dann als fünfte Schützin erneut in Führung, ehe wir leider erneut verschossen. Somit war das Pokalaus nach einer enormen Kampfleistung besiegelt. Hansa konnte uns sportlich letztlich in der knappsten aller Möglichkeiten schlagen, unseren Stolz konnten sie uns aber nicht nehmen. Hut ab vor dieser Wahnsinnsleistung an unsere Frauen, die nun in der Liga natürlich weiter ein Wörtchen an der Tabellenspitze mitreden wollen!
Greifswalder FC – F.C. Hansa Rostock 4:5 n.E. (1:2 / 2:2)
GFC: Hanke - Mumm, Haftendorn (84. Foertsch), Stolz (46. Bartl) - Wichmann, Ebermann (49. Pester), Gustmann, Grube, Falk - Tebrügge, Hoppe (69. Bücke)
FCH: Thiele (46. Mariuta-Schukat) - Heinschel (63. Heese), Knappe, Weißgärber - Kimmel, Tägtmeier, Bönsch, Eliseev (63. Bossow) - Lehmann, Hanto (103. Kung), Schramm
Tore: 1:0 Tebrügge (5.), 1:1 Schramm (11.), 1:2 Hanto (45.+1), 2:2 Tebrügge (52.)
Elfmeterschießen:
2:3 Bönsch
Foertsch verschießt
Bossow verschießt
3:3 Hanke
3:4 Weißgärber
4:4 Falk
Heese verschießt
Gustmann verschießt
4:5 Schramm
Hoppe verschießt
Zuschauer: 120
Schiedsrichter: Robby Kullat