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Freitagabend, die Sonne verabschiedete sich allmählich und auf dem Ostplatz machten sich unsere ersten Frauen bereit ihr letztes Verbandsligaspiel der Saison zu bestreiten. Dieses Mal wollten sie es etwas größer auffahren, machten viel Werbung um Zuschauer zu locken und das sollte sich auszahlen. Vor allem Robert Müller und Lukas Knechtel von unseren ersten Herren samt „KnechTOR-Army“ machten ordentlich Alarm und unterstützen unsere Mädels. „Das war grandios. Vielen lieben Dank an alle die da waren. Es war einfach schön, die Mädels wurden bejubelt für jede gute Aktion und davon hatten wir viele. Das haben sie verdient, sie haben verdient, dass sie gesehen werden, dass ihnen zugejubelt wird und dass die Leute vorbeikommen und sich das Spiel von ihnen angucken. Dafür trainieren sie die Woche und fahren am Wochenende nach Schwerin, Wismar oder Warnemünde und das fünf Mal am Stück“, sagt Trainerin Lisa Cziborra und fügt hinzu: „Ich würde mir das für die Zukunft noch häufiger wünschen. Freitagabendspiele haben wir natürlich nicht so viele aber vielleicht geht das ja 2, 3 Mal in der neuen Saison.“

Angestachelt von der Unterstützung legten unsere Mädels los wie die Feuerwehr. Und wenn es um Feuerwehr geht, kann Laura Bürger nicht weit sein. Bereits nach wenigen Sekunden erzielte unsere Kapitänin das 1:0, nachdem Mona Ebermann einige Abwehrspielerinnen wie Fahnenstangen stehen ließ. Und noch nicht mal zwei Minuten waren rum, da erhöhte Bürger bereits auf 2:0. Der vermutlich schnellste Doppelpack der Verbandsligageschichte. „Es ging alles sehr schnell, daher hatte ich nicht viel Zeit mir Gedanken zu machen. Während ich den Ball hatte habe ich nur gehofft, dass ich ihn nicht verschieße. Und danach hab ich überlegt, ob es jetzt das ganze Spiel so weiter geht, was sich ja nicht bestätigt hat“, so Bürger. Normalerweise ist es ja eher unsere Mannschaft, die in den ersten fünf Minuten einen Gegentreffer kriegt. Normalerweise? Nein, auch dieses Mal! Vier Minuten waren rum, da verkürzte Penzlin nach einer Ecke. Oberliga-Torwart Mika Schneider kam nach der Trainingseinheit unserer ersten Herren etwas später zum Spiel und fragte, ob er schon was verpasst habe. Ja, das hatte er. Mit der 2:1-Führung ging es dann auch in die Pause.

Abschied nach viereinhalb Jahren

Auch nach Wiederanpfiff ging es gut für unsere Frauen weiter. Nach 49 Minuten erhöhte Laura Bürger direkt auf 3:1 und machte den Hattrick perfekt. „Also 3 Tore im letzten Spiel der Saison zu machen ist schon nicht schlecht. Ich hätte mir nur gewünscht, dass sich die anderen Mädels auch belohnen. Besonders bei der Stimmung auf dem Platz freut man sich über seine Tore dann natürlich noch ein Stück mehr“, so Bürger, die von der Atmosphäre ebenfalls sehr begeistert war: „Also die Stimmung und Atmosphäre war richtig geil. Man muss sich natürlich erst daran gewöhnen, dass nicht nur die Trainerinnen von draußen reinrufen. Aber dann motiviert es natürlich nochmal extra, wenn man jemanden hat, der fast jede Aktion von einem feiert. Und wenn man Freunde und Verwandte draußen hat, die einen anfeuern. Ich glaube die Freude darüber hat man vielen von uns auch während des Spiels angesehen. Ich möchte mich auf jedem Fall bei jedem bedanken, der da war und hoffe das Spiel hat Lust auf mehr gemacht.“ Was nach dem 3:1 folgte war ein Sturmlauf unserer Mädels. Doch all die Gelegenheiten wurden liegen gelassen. Ganz besonders in Erinnerung bleibt dabei ein Schuss von Pia Wiechmann, der gegen die Latte flog, weit nach oben abprallte und danach ein weiteres Mal auf dem Querbalken landete. „Ich hab das zweite Mal gar nicht mehr mitbekommen, weil ich mich, nachdem der Ball an die Latte ging, schon weggedreht hatte. Aber ja, es sollte wohl leider einfach nicht sein“, so die Offensivspielerin.

Ein Mal sollte es dann aber doch noch klingeln. Jojo Grube tanzte knapp eine Viertelstunde vor Schluss die gegnerische Torhüterin aus und schob überlegt ein. Es war der 4:1-Endstand. Emotional wurde es nochmal in der 81. Spielminute, als Clara Ortegon Salas ausgewechselt wurde. Die Spanierin hatte am Freitag ihr letztes Spiel für unseren GFC gemacht. „Für mich war es der perfekte Abschluss: Heimspiel, schönes Wetter, Abendspiel, denn abends mache ich am liebsten Sport, und mit vielen Fans an der Seite. Die Stimmung war einfach geil, die Fans haben uns sehr gut unterstützt und ich habe richtig viel Spaß gehabt. Vor zwei, drei Wochen habe ich schon realisiert, dass die Saison bald vorbei ist und ich leider nicht mehr lange mit den Mädels spiele, was mich ein bisschen traurig macht. Trotzdem war ich nach meiner Auswechslung ganz zufrieden wegen unserer Leistung diese Saison und natürlich wegen unseres Sieges“, so die Doktorin. Für sie geht es in ein paar Wochen zurück in ihre Heimat. Ihre Zeit in Greifswald wird sie aber nie vergessen. „Ich werde die Mädels und den Spaß beim Training sehr vermissen. Ich habe aber noch ein paar Wochen um die Trainings zu genießen und natürlich gibt es auch eine Abschiedsparty! Danke für diese viereinhalb Jahre, der GFC wird immer in meinem Herzen bleiben. Wir sehen uns in Spanien!“, sagt Clara abschließend.

Fotos: André Gschweng


Aufstellung: Schieback – Ortegon Salas(81. Gutzeit), Dzerina, Bartl – Wiechmann, Gustmann(56. Foertsch), Bürger(56. Schramm) – Ebermann(70. Holfeld), Grube


Tore:

1:0 Bürger (1.)

2:0 Bürger (2.)

2:1 Cyttrich (4.)

3:1 Bürger (49.)

4:1 Grube (77.)

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