Es war eines der großen Themen vor dem Oberliga-Spiel gegen den MSV 1919 Neuruppin: Wo wird gespielt? Dadurch, dass der Hauptplatz durch Arbeiten an der Laufbahn aktuell nicht bespielt werden kann, wichen wir nun schlussendlich also auf den Westplatz aus. Normalerweise Trainingsgeläuf unserer ersten Herren, nun plötzlich der Platz für die ganz wichtigen Spiele im Endspurt der Saison. Vor 289 zahlenden Zuschauern musste unser Trainer Roland Kroos aber noch ein anderes Problem bewältigen. Unser Kader ist durch Verletzungen stark gebeutelt, hinzu kam eine Sperre für Hannes Mietzelfeld nach seiner fünften gelben Karte. Entsprechend kreativ musste Kroos werden, bot Kröger und Selchow als Außenverteidiger auf. Auch Lovro Sindik startete wieder auf den Flügeln, auf der linken Seite ersetzte der zurückgekehrte Bleon Salihu den verletzten Lukas Knechtel.

Und die Partie, sie begann eigentlich wie das Hinspiel. In Neuruppin musste damals Matteo Hecker früh verletzt ausgewechselt werden. Während er runtergetragen wurde, verließ auch Richardson damals den Platz. Und dieses Mal, ein ähnliches Bild. Artis Lazdins ging vom Feld und während sich der Wechsel ankündigte blieb Bleon Salihu ohne Einwirken des Gegners liegen, musste ebenfalls raus. Gespielt waren gerade mal 15 Minuten. Ins Spiel kamen Matteo Hecker und der wiedergenesene Kristoffer Stockhaus. Der Verteidiger hatte bislang lediglich 20 Minuten im Hinspiel bei Blau-Weiß 90 Berlin auf dem Buckel, nach denen er sich allerdings damals ebenfalls verletzte. Nun war er wieder da und musste von jetzt auf gleich als Rechtsverteidiger abliefern. Und er machte seine Sache gut. Die Gäste hatten eigentlich keine echte Chance. Unsere Jungs waren oftmals ebenfalls nicht zwingend genug in der Offensive, zeigten aber viele gute Ansätze. Erst nach mehr als einer halben Stunde hatte Richardson einen Weitschuss, den er vorbei setzte. Etwas später spielte sich Appiah am Torwart vorbei, traf dann aber nur den Pfosten.

Treffer zum psychologisch wichtigen Zeitpunkt

Die Mannschaften schienen sich mit dem Remis zur Pause bereits abgefunden zu haben. In der zweiten Minute der Nachspielzeit griff unser Greifswalder FC dann aber doch nochmal an. Nach einem Freistoß von der linken Seite köpfte Julian Rüh den Ball in die Mitte und da hatte Appiah die große Chance frei vor dem Tor. Zunächst hielt Gästekeeper Arne Sommer die Kugel, den Nachschuss setzte Appi dann an die Unterkante der Latte. Von dort prallte der Ball aber gegen das Bein von MSV-Abwehrspieler Enrique van der Lubbe und über die Linie! Die berühmte Führung zum psychologisch wichtigen Zeitpunkt. „Das ist sehr wichtig! Dann wussten wir auch, wir kommen mit Wucht aus der Kabine“, sagte Kapitän Velimir Jovanovic nach dem Spiel. Und in der Tat, unsere Jungs ließen weiterhin nichts zu und griffen gut an. Belohnt wurde das Anrennen dann nach gut einer Stunde, als Appiah einen Ball querlegte und der angesprochene Jovanovic nur noch einschieben musste. Danach spielten unsere Jungs das souverän runter. Die letzten beiden Wechsel folgten dann nach 85 Minuten. Niklas Mieß und Fatlind Memaj kamen in die Partie und sie fügten sich gleich großartig ein. Mieß spielte den Ball rechts in den Lauf des gestarteten Memaj. Der erlief das Leder, ließ nochmal einen Verteidiger stehen und versenkte den Ball aus spitzem Winkel. Mit dem 3:0 war die Messe natürlich endgültig gelesen. Wenig später pfiff der Schiedsrichter die Partie dann auch ab. Zum zweiten Mal in dieser Saison siegte unser Greifswalder FC also mit 3:0 und holt damit nicht nur Punkte sondern auch Tore auf Blau-Weiß 90 Berlin auf. In der kommenden Woche treffen mit den Berlinern und dem Rostocker FC zwei direkte Aufstiegskonkurrenten aufeinander. Unsere Jungs fahren am Sonntag zum SFC Stern 1900 nach Berlin. Anstoß ist dort um 13 Uhr.


Aufstellung: Schneider – Selchow, Sanin, Rüh, Kröger – Lazdins(12. Stockhaus), Richardson – Sindik(85. Mieß), Jovanovic, Salihu(14. Hecker) – Appiah(85. Memaj)


Tore

1:0 van der Lubbe (45.+2/ET)

2:0 Jovanovic (62.)

3:0 Memaj (87.)

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