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Die Emotionen kochten hoch, auf dem Westplatz unseres schönen Volksstadions. Es lief gerade die 83. Spielminute. Viele gute Möglichkeiten hatte sich der Greifswalder FC in der zweiten Hälfte bereits erspielt. Doch der Führungstreffer, er wollte einfach nicht gelingen. Die Flanke etwas zu ungenau, der Abschluss in die Baumkronen oder der Mahlsdorfer Torwart Niklaas Seifarth im Weg – es gab viele Gründe, wieso es Unentschieden stand. Dann aber ein Geistesblitz. Nachdem sich ein Spieler der Gäste den Ball zu weit vorlegte rief Joe-Joe Richardson: „Matti, long ball!“. Und Matti Hecker gehorchte, spielte das Leder mit dem ersten Kontakt hoch in den Lauf von Richardson. Dieser sprintete hinterher, nahm die Kugel mit einem überragenden ersten Kontakt runter und versenkte sie im Tor. Danach kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Der ausgewechselte Jovanovic war der erste Gratulant, auch zum verletzten Knechtel unter den Zuschauern lief Richardson noch. Es war eine DER Szenen dieser Saison, vielleicht auch eine entscheidende.

Unsere Mannschaft wurde im Vergleich zum letzten Auftritt beim SFC Stern 1900 nur mit einer Personalie verändert. Für Fatlind Memaj kam der zurückgekehrte Hannes Mietzelfeld in die Startelf. Kröger rückte dafür auf rechts und Selchow einen nach vorne ins rechte Mittelfeld. Zu Beginn waren beide Mannschaften relativ ebenbürtig. Keiner wollte den ersten Fehler machen und so kamen die Teams kaum zu nennenswerten Gelegenheiten. Es dauerte eine Viertelstunde, bis sich das ändern sollte. Dann kam Mahlsdorf über die rechte Seite. Ein flacher Ball nach innen konnte nicht gut geklärt werden und Nils Stettin versenkte das Ding im Netz. 0:1, ein Schlag in die Magengrube nach den guten Ergebnissen des Samstages. Unsere Jungs brauchten dann auch ein wenig um das zu verdauen. Erst nach einer halben Stunde kam unser GFC dann besser vor das gegnerische Tor, die ganz große Gefahr kam aber zunächst nicht auf. Ein Schuss von Tom Selchow ging vorbei, ein weiterer von Jovanovic stellte keine Probleme für Seifarth dar. Es drohte der Rückstand zur Pause.

Die „Weiße Weste Westplatz“ bleibt bestehen

Es schien ähnlich zu laufen wie im Hinspiel in Berlin, als unsere Jungs nicht so ganz wussten, wie sie Mahlsdorf knacken können. Dieses Mal jedoch lagen sie eben bereits hinten. Nach 35 Minuten sollte dann aber die Erlösung folgen. Ein Schuss von Matteo Hecker wurde zwar abgeblockt, Jova aber setzte sofort nach und schoss den Ball unter großem Jubel zum Ausgleich ein. Und danach war die Blockade gelöst. Danach spielten unsere Jungs die Eintracht förmlich an die Wand. Noch vor der Pause kamen weitere Möglichkeiten dazu. Ein Kopfball von Jovanovic landete sogar im Tor, wurde wegen Abseits jedoch zurückgenommen. Kurz vor Halbzeitpfiff kam dann nochmal Tom Selchow zu einem sehenswerten Weitschuss, der nur knapp am Winkel vorbeirauschte. Das 2:1, es lag plötzlich in der Luft. Nach der Pause ging es auch genau so weiter. Der Greifswalder FC rannte an, Mahlsdorf versuchte das Gegentor irgendwie zu vermeiden. Richardson und Sindik waren die ersten, die es wieder probierten. Auch Matteo Hecker hatte eine Gelegenheit, als sein Schlenzer nur hauchzart über die Latte ging. Es schien nur eine Frage der Zeit bis der Treffer fällt, auch ein Mahlsdorfer Spieler sagte schon: „Das geht nicht mehr lange gut!“ Und dann war es tatsächlich so. Ein zu weit vorgelegter Ball und zwei unserer Youngstars, die den Rest besorgen. Nach dem 2:1 wurde es dann aber nochmal heikel. Die Mahlsdorfer versuchten nochmal zum Ausgleich zu kommen und warfen alles nach vorne. Keeper Seifarth war die letzten drei Minuten der Nachspielzeit, die im Übrigen letztlich sieben Minuten andauerte, nur noch in unserem Strafraum. Aber es half nichts, wir brachten den Sieg über die Zeit. Durch das 2:1 stehen wir nach Quotientenregelung nun an der Tabellenspitze der Oberliga und haben alles wieder in der eigenen Hand. Aber wie sagte Routinier Marco Kröger nach dem Spiel? „Jetzt bringt uns das noch nischt. Da müssen wir nach dem letzten Spieltag stehen. Bis dahin haben wir noch fünf knallharte Spiele und den Landespokal“, so Krögi. Und das Finale steht als nächstes an. Kommenden Samstag um 14:15 treffen wir in Neustrelitz auf die TSG. Kommt alle, bringt alle mit!


Aufstellung: Schneider – Kröger, Sanin, Rüh, Mietzelfeld – Richardson, Sindik(90. Mieß) – Selchow, Hecker – Appiah(87. Scavuzzo), Jovanovic(79. Müller)


Tore

0:1 Stettin (17.)

1:1 Jovanovic (35.)

2:1 Richardson (83.)

One Comment

  • Hans-Otto Ehmke sagt:

    Tolle Einstellung einer intakten Mannschaft. Jetzt gegen Teltow gewinnen und dann sehen wir im Volksstadion ein Endspiel um den Aufstieg in die RL gegen Zehlendorf. Dann hoffentlich vor 1000 Zuschauern. Ich persönlich habe nicht an den Aufstieg zur Halbserie geglaubt, da der Rostocker FC zu souverän die Liga anführte. Aber dort scheint intern etwas schief gelaufen zu sein. Absolute Führungsspieler haben ihre Verträge aufgelöst und bei Anker Wismar angeheuert.
    Fakt ist aber auch, die RL ist in der nächsten Saison so stark und attraktiv wie nie zuvor (Viktoria Berlin aus der 3.Liga abgestiegen, RW Erfurt aus der OL aufgestiegen).

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