Wir haben uns mal mit Peter Mahajlovic zusammengesetzt und uns intensiv über die neue Greifenkicker-Fussballschule unterhalten. Seit diesem Sommer ist sie aktiv und viele wissen noch gar nicht so richtig, was dort überhaupt gemacht wird. Für die komplette Aufklärung zu diesem Thema haben wir nun dieses Interview mit Peter veranstaltet um die Fussballschule etwas transparenter darzustellen. Viel Spaß beim Interview.


Hallo Peter, du bist seit Kurzem neben deiner Tätigkeit als Trainer unserer U14 auch Hauptverantwortlicher unserer Greifenkicker Fussballschule. Wie kann man sich den Aufgabenbereich in der Fussballschule vorstellen?

Mit dem Gewinn von Stefan Karow für den Greifswalder FC Nachwuchs ist auch die Idee im Verein eine Fussballschule zu gründen aufgekommen. Ehrlicherweise schwirrte mir dieses Kind, so nenne ich es mal, schon viel länger im Kopf. Mit den Ideen von Stefan und mir habe ich gemeinsam mit meinem Mitstreiter Leif Hannemann, mit dem ich für die Fussballschule verantwortlich bin, ein Konzept für die Greifenkicker Fussballschule entwickelt. Neben den täglichen Aufgaben rund um das Fördertraining und den Schul-AG’s, organisieren wir natürlich auch unsere Feriencamps. Außerdem versuchen wir Kooperationen mit den Vereinen aus der Umgebung zu schließen. Dies ist uns auch schon mit dem FC Landhagen und dem HFC Greifswald 92 erfolgreich gelungen.

 

Warum habt ihr die Fussballschule überhaupt in dieser Art gegründet und welche Ziele stecken dahinter?

Wie wir alle feststellen können, ist die Gesellschaft heutzutage eine ganz andere. Viele Kinder und Jugendliche haben nach dem Kindergarten, nach der Schule oder in den Ferien ganz andere Flausen im Kopf als mit einer Packung Eistee und mit einem Ball unter dem Arm kicken zu gehen. Deshalb war unser Gedanke „Kommen die Kinder nicht auf den Bolzplatz, kommt der Bolzplatz zu den Kindern.“. Dementsprechend wollten wir als Verein unseren Teil dazu beitragen, dass wir wieder eine gewisse Bolzplatzmentalität durch unsere Angebote in den Köpfen der Kinder und Jugendliche erzeugen. Außerdem mussten wir feststellen, dass wir in den Altersklassen im Grundlagenbereich zu große Trainingsgruppen beim Greifswalder FC hatten und in unseren Augen eine optimale Betreuung und Trainingsgestaltung durch die Trainer nicht mehr gewährleistet werden konnte. Phasenweise hatten wir es, dass ein Trainer sich mit 20 Kindern beschäftigt hat. Das ist auf Dauer nicht tragbar. Unsere Kooperationspartner boten dort auf Anhieb eine hervorragende Alternative.

 

Du bist mit deinen Trainern also auch in Schulen und Kita’s unterwegs. Was bietet ihr den Kindern dort an?

Aktuell sind wir in insgesamt fünf Schulen aktiv – vier in Greifswald und eine in Lassan. Aufgrund der aktuellen COVID19-Situation ist es in der Umsetzung nicht immer einfach, aber unsere Trainer machen dort einen super Job. Wir bieten in den Schulen sogenannte Fußball-AG’s an in denen wir Schüler von der ersten bis zur sechsten Klasse für den Fussball begeistern möchten. Kurzfristig wollen wir natürlich auch eine Ballschule in den Kindergärten anbieten und etablieren. Dort sind wir mit dem städtischen Betrieb „Hanse-Kinder“ in guten Gesprächen, welche hoffentlich bald finalisiert werden können. Mittelfristig habe ich auch noch ein anderes Projekt mit den Kita’s in Greifswald und Umgebung im Kopf. Zu viel möchte ich da aber noch nicht verraten.  

 

In welcher Form von Scouting geht ihr in diesem Bereich schon ran? Seht ihr in den Altersbereichen schon Talente, die unserem GFC irgendwann viel Freude bereiten können?

Ich mag den Begriff „Scouting“ in diesen Altersbereichen in Verbindung mit der Fußballschule nicht in den Mund nehmen. Dies würde bedeuten, dass wir Woche für Woche über die Fussballplätze der Region ziehen und Eltern mit ihrem sportlich auffälligen Kind ansprechen, das machen wir nicht. Wir wollen Kinder mit einem Bewegungstalent dazu motivieren sich für den Fussball und den Greifswalder FC zu begeistern. Wenn sie sich bereits für den Fussball und den Greifswalder FC begeistern, dann sehe ich es als unsere Aufgabe diese Jungs und Mädels durch verschiedene Angebote zu fördern und ihnen es zu ermöglichen mit dem Ball am Fuss zu trainieren. Der Rest kommt irgendwann von alleine. Natürlich machen wir aber in unseren Feriencamps und beim Fördertraining auch Leistungstests und arbeiten mit einer Datenbank, somit haben wir aber nur eine Vergleichbarkeit hergestellt, welche vorher nicht vorhanden war. Vielleicht können wir dann dadurch später im U13/U14-Alter der Kinder sagen: „Schau mal beim Sommercamp 2020 war damals einer, der konnte mehr Pässe als Toni Kroos in dem Alter innerhalb von 30 Sekunden spielen, wollen wir ihn mal zum Probetraining einladen?“.

 

Das Sommercamp war das erste Feriencamp in deinen Händen. Wie lief es?

Ich habe Feriencamps schon oft als Trainer beigewohnt, aber die Organisation im Vorfeld ist nochmal was anderes. Außerdem haben wir ja auch gleich mit zwei Sommercamps gestartet – eins in Greifswald und eins bei unserem Kooperationspartner FC Landhagen. Wir hatten insgesamt circa 80 Teilnehmer in beiden Camps und hatten uns als Ziel gesetzt, dass wir pro Trainer nur 8 Kinder haben dürfen, um die Teilnehmer in den Camps optimal zu fördern. Was soll ich sagen? Ziel erreicht! Da muss ich an dieser Stelle erstmal ein Riesenlob an unsere Trainer loswerden, welche so verrückt sind und teilweise Urlaub nahmen. Echt überragend! Außerdem hatten wir mir mit dem Marktkauf-Center aus Neuenkirchen einen Partner an unserer Seite, welcher uns die Verpflegung rund um die Mittagspause zur Verfügung stellte. Im Klartext: 600 Liter Wasser und 50 Kilo Obst. Ich glaube dadurch wird deutlich, welcher administrative und organisatorische Aufwand dafür nötig war. Aber es hat sich absolut gelohnt! Ich denke die Teilnehmer konnten gerade nach der langen Pause aufgrund von COVID19 sich wieder an den Ball gewöhnen und wieder zu alter Stärke zurückfinden.

 

Nun steht Anfang Oktober das Herbstcamp auf dem Plan. Die Vorbereitungen sind sicher im vollen Gange. Worauf freust du dich am meisten?

Auf die Kinder, die in den Ferien Bock auf Fussball haben und dafür sogar aus Lettland anreisen! Bemerkenswert ist, dass sogar circa 50% der bereits angemeldeten Teilnehmer außerhalb der Stadtgrenze leben und dort in Vereinen aktiv sind. Das bedeutet für mich, dass wir wahrgenommen werden und bestätigt die gute Arbeit in den Sommercamps.

Vielen Dank für das Gespräch.

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