„Ich kann nicht ohne Fußball, ich weiß sonst nichts mit mir anzufangen. Und das ist auch der einzige Sport, der mir so richtig gefällt“, sagt Hannah Indorf. Die 20-Jährige ist seit dieser Saison neu bei unserem ersten Frauenteam dabei. In Greifswald ist sie allerdings schon ein Jahr länger. Sie kam im Herbst 2020 in unsere Universitäts- und Hansestadt um ihr Geografiestudium zu beginnen. „Ich habe absichtlich etwas gewählt, wo man nicht von vornherein weiß wo die Reise hingeht. Das hört sich vielleicht doof an, aber ich möchte da einfach auch ein bisschen freier sein und noch die Möglichkeit haben alles auf mich zukommen zu lassen. In dem Themengebiet finde ich aber Stadtplanung schon recht interessant“, so Hannah. Sie hatte sich damals für ihr Wunschstudium in mehreren Städten beworben, freut sich aber sehr in Greifswald gelandet zu sein. „Ja, ich finde es sehr cool, dass es eine kleine Stadt ist. Als Dorfkind wäre es sonst ein Kulturschock gewesen, glaube ich. Dazu hat Greifswald einen Strand, es ist ein cooles Feeling und ich bereue es auch nicht, hergekommen zu sein“, freut sich Indorf.

Stichwort Dorf, Hannah ist in einem kleinen Ort zwischen Hamburg und Bremen aufgewachsen. „Ich komme aus Helvesiek. Das einzig spannende dort in der Nähe ist das Hurricane Festival“, sagt Hannah. Ansonsten sei es ein ganz normales Dorf in Norddeutschland. Das Fußballspielen erlernte sie allerdings in einem anderen Ort ganz in der Nähe. „Mit neun oder zehn Jahren fing ich beim TV Stemmen an. Dort hängt auch noch mein Herz dran. In den Semesterferien bin ich sehr gerne dort und spiele und trainiere noch mit“, sagt sie. Freundinnen in der Grundschule hatten einst Fußball gespielt und Hannah wollte dort dann auch unbedingt mitmachen. „Ich konnte das dann auch ganz gut, also ich sag mal, es ist mir nicht so schwergefallen schnell dazuzulernen. Und dann habe ich das weiter verfolgt und die, die mich ursprünglich dazu gebracht haben, haben irgendwann aufgehört“, erzählt Hannah. Bei unserem Greifswalder FC spielt sie heute mit Zweitspielrecht, denn so ganz möchte sie ihren Herzensverein nicht aufgeben. „Aber umso mehr freue ich mich, dass ich in Greifswald noch einen weiteren Verein gefunden habe, der mich so herzlich aufgenommen hat“, so Indorf.

Ohrwürmer für die Kabine

Als Hannah im Herbst 2020 nach Greifswald kam, wollte sie sich zunächst ein wenig orientieren, ehe sie sich einem Fußballverein anschließt. „Und im November, da gab es dann ja leider wieder den nächsten Lockdown. Aber im Frühjahr war ich beim ersten Training direkt dabei und es war einfach super“, erinnert sich Hannah. Die Fluktuation im Team durch die vielen Studentinnen ist bekannt, aber auch, wenn das auf der einen Seite ein Problem darstellt, war es für Hannah gar nicht so schlecht. „Es sind ja immer irgendwie viele neue Leute da und wenn man dann selbst nicht so oft da sein konnte, fühlt man sich da auch nicht alleine und findet umso schneller Anschluss. Und es sind immer sehr viele beim Training dabei, da werde ich nochmal mehr gefordert als in Stemmen und kann mich verbessern, das ist super“, sagt die Verteidigerin. In dieser Saison kam sie bisher zu ein paar Kurzeinsätzen, wurde eingewechselt. Ihre bisher angestammte Position als Linksverteidigerin hat sie da natürlich nicht sicher. „Das ist aber auch nochmal spannend. Da möchte ich dann auch nochmal dazulernen und verinnerlichen, was die verschiedenen Positionen auch gerade taktisch ausmacht. Aus Sicht eines ‚Dorfmuffels‘ ist das Niveau des Teams sehr hoch und da möchte ich natürlich zusehen, dass ich mithalte und mir weitere Einsatzzeiten erarbeiten kann“, so Indorf motiviert. Die Einwechslungen zeigen laut Hannah aber auch schon, dass sie als Teil des Teams wertgeschätzt wird, auch wenn sie durch die Semesterferien noch nicht so oft hatte dabei sein können. Und künftig wird sie von ihren Teamkolleginnen in der Kabine vermutlich auch für ihre Ohrwürmer wertgeschätzt. „Ich weiß nicht, ich hab manchmal auch fünf verschiedene an einem Tag. Mir kommt dann einfach etwas aus der Kindheit in den Sinn, wie Bob der Baumeister und dann muss ich es einfach singen. Aber ich weiß nicht, ob ich die damit nicht eher nerve“, lacht Hannah. Uns auf jeden Fall nicht. Wir freuen uns schon sehr auf deinen ersten Startelfeinsatz Hannah. Kannst du das schaffen? Jo, das schaffst du.

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