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„Ich werde das Gerede von Kay-Uwe in der Kabine vermissen, die Flankenläufe von Knechtel, die Auswärtsfahrten, das ganze Beisammensein. Da wird man schon mit einem weinenden Auge zurückblicken“, sagte Mike Bütterich nach Abpfiff. Für unseren Linksverteidiger war die Partie gegen Victoria Seelow am 12. Spieltag dieser Oberliga-Saison zeitgleich das Abschiedsspiel bei unserem Greifswalder FC. Vor dem Spiel wurde er offiziell verabschiedet und bekam ein Bild von sich, einen Gutschein für ein nettes Essen sowie, passend zu seinem Spitznamen, ein Plüschwildschwein. So wurde er intern für seine harte Arbeit und große Laufbereitschaft auf dem Platz genannt. Passend dazu holte er sich in seinem letzten Spiel, welches er auch als Kapitän bestritt, nochmal den gelben Karton ab. „Ja, das war natürlich nicht geplant, also ich bin nicht mit dem Vorsatz ins Spiel gegangen. Aber hat schon zum Plüschtier gepasst, ja“, so Bütterich.

Chancenwucher, das war eines der Probleme in dieser Saison. Und auch im Spiel gegen den SV Victoria Seelow sollte unser Greifswalder FC wieder etliche Möglichkeiten liegen lassen.  Ob nun der Kopfball von Michael Scavuzzo(10.), ein Schuss und ein Kopfball von Azat Selçuk(18. und 26.) oder zwei weitere Möglichkeiten von Jannis Farr(23. und 25.), die Kugel wollte einfach nicht ins Netz. Spätestens mit dem Kopfball von Lukas Knechtel an die Latte nach etwas mehr als einer halben Stunde, schien es aber nur noch eine Frage der Zeit, bis die Führung fallen sollte. Und tatsächlich dauerte es nur drei weitere Minuten, bis das erste Tor erzielt wurde, allerdings für die Gäste. Nach einem Pass in den Strafraum kam Rudolf Sanin zu spät und foulte Till Schubert – Elfmeter. Da ließ sich Ryan Smith Mabom Njiki nicht zwei Mal bitten und versenkte zur Fühung, jubelte mit einer kleinen, artistischen Einlage. Mit 0:1 ging es auch in die Kabine.

Kapitäne drehen die Partie

In der zweiten Hälfte ging es genauso weiter wie in Halbzeit eins. Unsere Jungs liefen unaufhörlich an, setzten die Seelower permanent unter Druck und erspielten sich Chancen, fast im Minutentakt. Doch das Tor, es wollte einfach nicht fallen. Die beste Gelegenheit hatte dabei Selçuk als er nach einer Scavuzzo-Flanke frei vor dem Tor zum Abschluss kam, jedoch am starken Gästekeeper Pavels Dorosevs scheiterte. Der 41-Jährige hatte seine Karriere eigentlich schon beendet, sprang aber aus Verletzungsgründen nochmal ein. Auch ein Freistoß vom zurückgekehrten Velimir Jovanovic(64.) und ein Weitschuss von Lovro Sindik(68.) zappelten nicht im Netz, beide flogen knapp am rechten Pfosten vorbei. In der 72. Minute dann endlich die Erlösung. Eine kurz ausgeführte Ecke von Selçuk flankte Lovro Sindik auf Julian Rüh und der köpfte ein. Wie schon in Ludwigsfelde sorgte der stellvertretende Kapitän für den Dosenöffner bei unseren Jungs. Und auch der etatmäßige Kapitän sollte noch einen Treffer nachlegen. Nach einer Flanke von Jannis Farr köpfte Knechtel den Ball zunächst an den Pfosten, der Nachschuss von „Jova“ wurde auf der Linie vom Seelower Kapitän Nabiel Nasser mit der Hand gestoppt. Die Entscheidung war klar, Elfmeter für unseren GFC und Platzverweis für Nasser. Jovanovic nahm sich das Leder und verwandelte ihn sicher im gegnerischen Tor. Großer Jubel bei unseren Jungs, auch bei Mike Bütterich, denn dieser Treffer bedeutete auch den 2:1-Endstand. „Der Sieg heute war mir am wichtigsten. Da war das erst mal gar nicht so wichtig, dass das heute mein letztes Spiel war. Aber so bin ich dann natürlich am Ende nochmal doppelt glücklich, dass wir das Ding noch drehen konnten“, so ein erleichterter Bütterich abschließend. Mit dem Erfolg bleibt unser GFC Zweiter in der Tabelle und ist nun auf drei Punkte an den Rostocker FC herangerückt. Nun heißt es nachlegen, am nächsten Wochenende beim Auswärtsspiel bei Hertha 03 Zehlendorf in Berlin. Anstoß ist Sonntag um 14 Uhr, wir haben zwei Fanbusse organisiert, damit einige von Euch mitkommen können. Sichert Euch noch schnell einen der begrenzten Plätze. Meldet Euch per Mail unter p.weickert@greifswalder-fc.de oder in unserer Geschäftsstelle!


Aufstellung: Marczuk – Sanin, Müller, Rüh, Bütterich – Sindik, Richardson – Farr, Selçuk(82. Hecker), Knechtel, Scavuzzo(54. Jovanovic)


Tore:

0:1 Mabom Njiki(36./FE)

1:1 Rüh(72.)

2:1 Jovanovic(85./HE)

One Comment

  • Hans-Otto Ehmke sagt:

    Seit Holger Jung in den Achtziger Jahren hat Greifswald keinen besseren Linksverteidiger als Maik Bütterich gehabt. Ein Spieler der auf dem Platz immer alles gegeben hat. Unvergessen der 3:1 Sieg im Vorpommernderby gegen Torgelow. Maik, wieviel Einsatz und wieviele Kilometer du in diesem Spiel gelaufen bist, wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben. Für deinen weiteren Weg alles Gute und viel Erfolg!

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