Wie oft haben wir in dieser Vorstellungsrunde schon die Geschichte gehört, dass eine der Neuzugänge unseres Frauenteams durch ältere Geschwister zum Fußball gefunden hat? Es ist der klassische Weg. Wozu gibt es dann aber immer wieder Events oder Kampagnen mit denen man versucht Kinder und Jugendliche vom Sport zu begeistern? Die Antwort heißt: Maria-Emilia Schnobel. Emilia, wie sie gerufen wird, kommt aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Koblenz, ist aber bereits früh in die Nähe von Braunschweig gezogen. „Dort habe ich meine Kindergarten- und Schulzeit verbracht, deshalb würde ich Braunschweig schon als meine Heimat bezeichnen“, sagt die 19-Jährige. Und sie ist eben nicht auf dem herkömmlichen Weg in einen Verein eingetreten. „Ich war schon immer relativ fußballbegeistert und habe halt in der Schule mit Leuten gekickt, aber einfach nur aus Spaß. Ich war bis dahin nie wirklich in einem Verein“, erzählt Emilia. Auf dem Gymnasium, etwa in der 7./8. Klasse, nahm sie dann aber an einem Fußballprojekt teil. „Eine Freundin, die war schon im Verein aktiv, hat mich überredet, dass wir dort mal mitmachen. Dort habe ich dann gemerkt, wie viel Spaß mir der Trainingsbetrieb macht und bin deswegen danach in den Verein in unserem Dorf eingetreten, dem FC Schwülper“, so Schnobel.

Zum damaligen Zeitpunkt hieß der Verein noch JSG Okertal. Zunächst noch im Nachwuchsbereich stieg die Anhängerin der Eintracht aus Braunschweig relativ schnell in die Damen-Abteilung auf. Und mit Aufstiegen kennt sie sich aus. „Wir sind dann damals auch aus der Kreisliga in die Bezirksliga aufgestiegen. Das war dann natürlich schon ein toller Erfolg für uns“, erinnert sich Emilia. Eingesetzt wurde sie vorwiegend im Offensivbereich, gerne auch als Stürmerin. „Ich kann, wenn ich will, recht schnell sein. An guten Tagen habe ich dazu noch eine relativ gute Ballführung“, so Schnobel augenzwinkernd. Neben ihrer Laufbahn als Spielerin entwickelte sie aber schon früh Interesse an der Aufgabe des Trainers. Für zwei Jahre, bis 2021, war sie dann selbst entsprechend Trainerin im Nachwuchsbereich des FC Schwülper. „Ich hatte gemeinsam mit der Freundin, die mich auch zum Fußball gebracht hatte, die G-Junioren übernommen“, so die Offensivspielerin. Diese Aufgabe hat ihr dann nochmal besonders viel Spaß gemacht. „Es war einfach sehr cool die Begeisterung an die Kids weiterzugeben und Teamgeist bei den Kleinen aufzubauen“, erzählt die Studentin.

Die Kooperation trägt Früchte

Ende 2021 verließ Emilia dann aber ihre Heimat. Es ging nach Greifswald. „Ich finde die Stadt sehr schön. Der Marktplatz, die Natur drum herum. Und natürlich war die Nähe zum Meer auch ein ausschlaggebendes Argument, warum ich mich für Greifswald entschieden habe. In aller erster Linie bin ich aber natürlich wegen meines Studiums hier“, sagt Emilia. Die 19-Jährige studiert Umweltwissenschaften, hat damit gerade begonnen. „Ich hatte schon immer Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern. ‚Uwi‘ bietet da eine gute Mischung aus all diesen Fächern, sodass ich mich also noch nicht festlegen musste“, erklärt Schnobel. Und über das Studium fand Emilia auch den Weg zu unserem Greifswalder FC. Seit dieser Saison haben wir, wie berichtet, eine Kooperation mit dem Hochschulsport, für den unsere Trainerinnen montags eine Einheit für interessierte Frauenfußballerinnen anbieten. Dabei ist es nicht wichtig, ob die Damen bereits in einem Verein tätig waren oder nicht. Wie schon zu Beginn ihrer Laufbahn hatte sich Emilia zunächst nur für dieses Fußballprojekt eingetragen. „Dort trainierte uns dann Madlen Burmeister und ich habe sie einfach mal angesprochen. Sie lud mich daraufhin zu einem Probetraining ein und danach war für mich dann auch sofort klar, dass ich beim Greifswalder FC anfangen möchte“, so die Studentin.

Wie so oft wirkte der herzliche Empfang unseres Frauenteams sehr überzeugend. „Ich fand die Mannschaft sofort einfach super sympathisch. Schon beim ersten Training wurde ich ultranett aufgenommen. Es ist ein cooles Team, ich bin richtig begeistert“, sagt Emilia. Ein Spiel hat sie bislang aber noch nicht absolviert. Beim Testspiel am kommenden Sonntag gegen Stralsund auf dem Jugendplatz unseres Volksstadion könnte sie also ihr Debüt feiern. „Ich bin auch relativ aufgeregt, aber auch voller Vorfreude was das Spiel angeht. Ich bin sehr gespannt, wie das Team in einer ‚echten Spielsituation‘ reagiert. Die Motivation und Lust zu gewinnen ist auch im Training da, aber im Spielbetrieb ist es ja doch nochmal eine andere Situation“, sagt sie. Für den Rest der Saison hofft Emilia eine Bereicherung für das Team zu sein und zu vielen Toren und Siegen beizutragen. „Und ich möchte die Physik-Klausur bestehen. Das ist das naheliegendste Ziel, da bange ich ein bisschen vor. Aber das wird schon alles“, sagte Emilia noch am Sonntag. Inzwischen wissen wir, die Prüfung lief ganz gut. Darüber freuen wir uns genauso sehr, wie dass du künftig unseren Greifswalder FC auf dem Platz repräsentieren wirst. Wir hoffen auf dein erstes Tor am Sonntag und werden es mit unserem Twitter-Ticker live begleiten. Willkommen in der Familie, Emilia!

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