Es war eine plötzliche Entscheidung. „Ich weiß gar nicht mehr so wirklich wie das kam“, sagt Hannah Bücking auf die Frage, wie sie denn überhaupt zum Fußball gekommen ist. „Ich hab meine Mutti mal gefragt und sie meinte, das kam aus dem Nichts. Ich kam wohl nach Hause und hab zu meinem Papi gesagt, ich möchte Fußball spielen. Und dann ging das irgendwie los“, erzählt die 22-Jährige weiter. Am Montag hatte die Innenverteidigerin unserer ersten Frauenmannschaft Geburtstag, seit dieser Saison ist sie fester Teil unseres Greifswalder FC. Und dabei hätte das schon deutlich früher der Fall sein können. Corona aber verhinderte es. „Ich hatte Ende letzten Jahres ein Probetraining gemacht, ich kannte den GFC ja bereits aus Spielen in meiner Vergangenheit“, so Hannah. Die Saison, die damals wenig später unterbrochen wurde, sollte dann aber nie wieder angepfiffen werden. Bitter für die gebürtige Schwerinerin, denn sie war gerade dabei den Weg zurück zu ihrer großen Leidenschaft zu finden.

Angefangen hatte alles im Jahr 2008. Damals startete die Fußballlaufbahn für Hannah beim MSV Lübstorf. „Da bin ich aufgewachsen, das ist ein Dorf zwischen Schwerin und Wismar“, sagt Hannah. Dort spielte sie dann bis etwa 2013 gemeinsam mit den Jungs, lernte sich durchzusetzen. Es folgte der Wechsel zum FSV 02 Schwerin in die Mädchenabteilung. „Ich behielt zu Beginn noch ein Zweitspielrecht bei den Jungs. Irgendwann bin ich dann aber ganz gewechselt“, so Bücking. Recht schnell ging es für sie dann sogar hoch ins Frauenteam. „Ich glaube anfangs sollte ich quasi nur den Kader ein bisschen auffüllen und aushelfen. Aber es dauerte nicht lange, dann habe ich dort auch gespielt. Bis eine Verletzung mich gestoppt hat“, erzählt die Verteidigerin. Der Fuß machte Probleme. Für Hannah das Zeichen um eine Pause einzulegen. „Es war auch gerade die Abizeit. Da war mir das dann ein bisschen zu viel Stress, die Schmerzen gingen auch nicht so richtig weg und darum habe ich mich entschieden erst mal aufzuhören.“

In Greifswald kehrt das Kribbeln zurück

Für ihr Studium ist Hannah 2019 nach Greifswald gekommen. „Gewohnt habe ich zu Beginn aber noch etwas außerhalb bei meiner Tante“, berichtet sie. Dann aber kam Corona und die frischen Bekanntschaften verflüchtigten sich wieder recht schnell. „Das alles machte das Einleben natürlich schwer. Das Studium fand dann auch zumeist online statt“, so Bücking weiter. Außerdem war sie nicht sonderlich begeistert von ihrem Studium im Management und Recht. Es musste also eine Änderung her. Nun ist sie im dritten Semester eines Jura-Studiums. „Mir hat der wirtschaftswissenschaftliche Teil vorher nicht so gut gefallen und Mathe hat mich auch eher überfordert als nur gefordert. Aber ich habe gemerkt wie sehr mich das juristische Arbeiten reizt“, erzählt die 22-Jährige. Und nicht nur Jura reizte sie. Auch im Fuß begann so allmählich wieder das Kribbeln, nachdem sie einige Spiele gesehen hatte. „Die Lust kam zurück. Die Schmerzen waren auch weg und deshalb wollte ich es mal wieder probieren. Das Training beim GFC hat dann mega viel Spaß gemacht. Es ist immer gute Stimmung, Fehler werden einem nicht groß vorgehalten. Das Team hat mich super aufgenommen“, schwärmt Hannah Bücking. Sie konnte die Vorbereitung zu großen Teilen mitmachen und war eine der stärksten Spielerinnen beim Saisonstart, dem 2:1-Sieg gegen Penzlin. „Ich finde wir haben bisher eine sehr gute Saison gespielt. Vor allem der Kampfgeist im Team ist enorm krass. Wir haben häufiger mal den Anfang eines Spiels verschlafen, kamen aber immer wieder zurück. Gekrönt natürlich mit dem 3:3 nach 1:3 im Rückspiel in Penzlin“, so Bücking. Dann aber erneut die Hiobsbotschaft: eine Knieverletzung setzte die Verteidigerin matt. „Eine genaue Diagnose habe ich leider noch nicht, ich warte noch auf die Auswertung des MRT“, erzählt Hannah. Und während dieser Zeit fällt es ihr sehr schwer die Spiele ihres Lieblingsvereins, des FC Bayern München, zu verfolgen. Wenn sie verletzt ist, könne sie Fußball im Fernsehen nicht ertragen. Die Zeit nutzt sie sinnvoll. Sie ist bereits in der Physiotherapie, die Schmerzen lassen nach, daher kann sie schon wieder optimistisch in die Zukunft blicken. „Ich glaube es ist auch noch ein bisschen Kopfsache aktuell. Aber darum habe ich für den Rest der Saison auch nur ein Ziel: verletzungsfrei bleiben“, sagt Hannah abschließend. Wir wünschen Dir nur das Beste Hannah, komm bald wieder zurück und wir freuen uns sehr, dass Du den Weg zu unserem Greifswalder FC gefunden hast!

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