In unserer Reihe der Vorstellungen von Neuzugängen unseres Frauenteams hatten wir schon sehr viele interessante Lebensgeschichten. Eines der Mädels war in Frankreich und hat Ziegenkäse hergestellt, eine andere ist mit einem Tro-Tro durch Ghana gefahren und hat mit dem Ex-Kölner Derek Boateng gespielt. Aber eine echte Nationalspielerin? Das gab es noch nicht. Bis jetzt! In dieser Woche blicken wir auf einen ganz besonderen Neuzugang. Seit Januar ist auch Rita Dzerina bei uns spielberechtigt. Die 35-Jährige ist seit etwas mehr als einem halben Jahr in Greifswald. „Die Geschichte dazu ist sehr lang. Wenn ich etwas besser Deutsch kann, erzähle ich sie gerne mal bei einem Bier. Aber kurz gesagt: Im Leben passiert immer alles so, wie es passieren soll“, sagt Rita. In die Nationalmannschaft von Lettland wurde Dzerina schon sehr früh berufen. Bereits mit 14 oder 15 Jahren vertrat sie stolz ihr Land auf dem Fußballplatz. „Wie viele Spiele ich gemacht habe kann ich aber gar nicht genau sagen. Ich weiß nur, dass ich spielte, bis ich meine Tochter bekam. Damals bin ich 24 gewesen“, erinnert sich die Mittelfeldspielerin.

Aufgewachsen ist Rita in einer kleinen Stadt in Lettland. Dass sie einmal einen Sport ausüben würde, war eigentlich kaum zu verhindern. Rita Dzerina kommt nämlich aus einer sehr sportaffinen Familie. „Ich habe drei Brüder und habe daher schon als kleines Kind angefangen Fußball zu spielen. Aber nicht nur das. Wir spielten auch Basketball, Baseball und Eishockey. Zwei meiner Brüder sind auch professionelle Eishockeyspieler in Lettland“, so Dzerina. Mit zehn Jahren entschied sie sich dann aber endgültig für den Fußball und nahm von da an auch am Ligaspielbetrieb teil. „Der Trainer meines Bruders hatte damals einfach gefragt, ob ich nicht auch mit ihnen in einer Mannschaft spielen möchte. Und natürlich wollte sich spielen“, lacht Rita. In Lettland hat sie dann in vier Teams gespielt. Ihre schönste Zeit hatte sie aber beim FK Plavinas DM. „Mit dieser Mannschaft bin ich quasi aufgewachsen. Ich habe in der Zeit sehr viele Freundinnen gefunden und habe nur schöne Erinnerungen an diese Mannschaft“, sagt Dzerina.

Das nächste Talent in den Startlöchern

Nun hat es die ehemalige Nationalspielerin also in unser wunderschönes Greifswald geführt. Aktuell ist sie noch dabei Deutsch zu lernen, macht aber bereits gute Fortschritte. Um die Sprache besser zu lernen, wollte sie die Fragen für die Vorstellung auch auf Deutsch gestellt bekommen und sie auf Deutsch beantworten. Auch der Trainingsalltag in unserer Mannschaft hilft ihr da natürlich sehr. „Meine Mitspielerinnen sind sehr nett. Und wenn ich dann doch mal etwas nicht verstehe, dann erklären sie es mir sofort. Auch die beiden Trainerinnen sind sehr gut. Ich freue mich besonders, weil es das erste Mal ist, dass ich Frauen als Trainer habe“, sagt Rita. Zwar ist sie gelernte Mittelfeldfeldspielerin, aber darauf nicht festgelegt. Sie ist sozusagen eine Allrounderin, genau das was unsere Trainerinnen brauchen. Allerdings mit einer Ausnahme. „Nur Torhüterin kann ich nicht“, lacht Rita. Wie bereits erwähnt ist Rita Mutter. Aber sie hat nicht nur eine Tochter, sondern auch einen Sohn. Und der kleine Karlis ist ebenfalls völlig infiziert vom Fußball. „Er hat eine ganz besondere Beziehung zu dem Sport. Er lebt für den Fußball. Als er noch ganz klein war hat er im Fernsehen Fußball geguckt, keine Zeichentrickfilme. Er kann sogar mit Schlittschuhen an den Füßen jonglieren“, sagt Rita stolz. Karlis spielt auch bereits bei unserem Greifswalder FC, ist in unserer U9 aktiv und wird gerne mal schon bei den älteren Jahrgängen ausprobiert. Seine Mama ist dabei immer an seiner Seite. „Ich besuche alle Spiele von Karlis! Und auch die von vielen anderen Teams im Verein. Auch von der ersten Mannschaft, wo mit Artis Lazdins jetzt ja auch ein Lette spielt“, verrät Dzerina. Im Testspiel gegen Stralsund hatte Rita für unsere Frauen ihr Debüt gegeben. In einem Pflichtspiel ist sie bisher aber noch nicht aufgelaufen. Das dürfte sich am kommenden Sonntag ändern, wenn das Pokal-Halbfinale in Schwerin ansteht. Ritas Einstellung für dieses Spiel ist klar. „Ich kenne zwar die Mannschaften noch nicht, aber ich denke, wenn du auf den Platz gehst und nicht an den Sieg glaubst, hast du schon verloren“, sagt die ehemalige, lettische Nationalspielerin. So sehen wir das auch! Wir wünschen dir viel Glück für Sonntag Rita und sind glücklich und verdammt stolz, dass du dich unserem Greifswalder FC angeschlossen hast!

Fotos: André Gschweng

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