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Der Saisonauftakt unserer ersten Frauenmannschaft lief bekanntlich sehr gut. Auf dem Jugendplatz in unserem Volksstadion traf unser GFC auf den Penzliner SV und siegte mit 2:1. Damals mit dabei: unsere neue Nummer eins, Laura Müller. Jedoch nur für 70 Minuten. „Ich hatte die Tage vor dem Spiel ein paar Probleme mit dem Knie, aber die waren dann so gut wie weg“, erinnert sich Laura an das letzte Augustwochenende. Sie hatte die Wochen zuvor im Training einen super Eindruck hinterlassen und so wurde fest mit ihr auf der Torhüterposition geplant. Beim Gegentreffer dann aber der erste Schock. „Bei dem Tor bin ich in die rechte Ecke gehechtet und bei dem Versuch den Ball zu parieren, habe ich mir das Knie verdreht und es hat geknackt. Ich dachte dann aber es würde weitergehen“, so Laura. Etwa zehn Minuten später war dann aber doch Schluss. Laura Müller musste ausgewechselt werden und fuhr direkt nach dem Spiel in die Notaufnahme, konnte bis heute nicht mehr am Training teilnehmen. „Inzwischen geht es mir wieder sehr gut. Ich hab die Verletzung gut verkraftet, gehe wieder arbeiten und spüre es nur noch selten. Eigentlich nur, wenn ich das Knie sehr belastet hab. Ab Februar kann ich wieder voll angreifen“, berichtet Müller optimistisch.

Es wäre sehr wichtig, denn Laura bringt eine ganze Menge Klasse und Erfahrung mit. Geboren wurde sie in Thüringen, wuchs dann aber in der Nähe von Nürnberg auf, wo sie auch sehr schnell den Weg zum Fußball fand. „Ich hab da mit 4 Jahren angefangen, weil wir direkt neben einem Fußballplatz gewohnt haben. Und seit ich laufen konnte hatte ich in jeder freien Minute einen Ball am Fuß“, sagt Laura. Angefangen, damals noch im Team mit Jungs, hat sie bei einem kleinen Dorfclub namens TSV Guttenberg. Zunächst noch als Verteidigerin. „Nach zwei oder drei Jahren bin ich dann aber ins Tor gegangen und hab mich sofort in die Position verliebt. Und sie auch nie wieder hergegeben“, so die 22-Jährige. Der Co-Trainer unserer ersten Herren, Marcel Rüh, sagte einst im Podcast, dass man als Torwart immer auch ein Stück weit verrückt sein müsse. Laura ist es auf jeden Fall. „Ein ganz klares Ja! Ich bin ziemlich verrückt, sonst würde ich mich glaube ich nicht freiwillig hundertmal zu Boden werfen um einen Ball zu halten“, lacht Laura. Beim TSV Guttenberg machte sie ihre ersten Schritte und blieb dem Verein für acht Jahre lang treu. Dann aber zog es sie doch zurück in ihren Geburtsort, es ging nach Thüringen, genauer gesagt Saalfeld/Saale.

Zwei Mal Vizemeister

Sie heuerte dort auch entsprechend beim 1. FFC Saalfeld an und wurde in der dortigen Verbandsliga Vizemeister, scheiterte nur knapp am Pokalsieg. Das kam aber auch nicht von ungefähr. „Wir trainierten dort unter anderem unter Frank Schwalenberg, der auch schon die Frauen von Werder Bremen und Union Berlin gecoacht hat. Er hatte unglaublichen Einfluss auf die Spielerinnen und hat natürlich auch mich auf meiner Position sehr viel weitergebracht. Dafür bin ich ihm sehr dankbar“, erzählt die Torhüterin. Aus beruflichen Gründen zog es Laura Müller mit 18 Jahren dann nochmal für ein Jahr in die Nähe von Regensburg, wo sie auch für den FC Thalmassing spielte und erneut Vizemeister wurde. Nur ein Jahr später folgte aber der nächste Umzug und eine zweijährige Pause vom Fußball. Bis sie nach Greifswald kam. „Ich bin im November 2020 hergekommen und arbeite in der BDH Klinik als Krankenpflegerin. Nachdem ich mich ein bisschen eingelebt hatte, hab ich von der Frauenmannschaft des GFC gehört und sie auf Instagram kontaktiert“, sagt Müller. Sie entschied sich also im Sommer an einem Probetraining teilzunehmen und wusste sofort zu überzeugen. Aber auch sie selbst wurde überzeugt. „Für mich war sofort klar, dass ich dort weiter aktiv spielen möchte. Die Mädels haben mich sofort super aufgenommen, die Atmosphäre war einfach super und ich kann und will auch einfach nicht ohne Fußball leben“, erklärt Laura. Die letzten Monate war dies nun allerdings notwendig. Darum nimmt sie sich für das neue Jahr vor allem vor wieder 100% fit zu werden. „Außerdem möchte ich mich natürlich nicht wieder verletzten. Und ich hoffe, dass wir den Spielbetrieb bald wieder aufnehmen und die Saison normal zu Ende spielen können“, so Laura. Neben dem Platz führt sie ein vergleichsweise ruhiges Leben. Wenn sie nicht gerade arbeitet, kocht oder liest sie oder vertreibt sich die Zeit an der PlayStation. Dort kann man ihr auch zuschauen, denn manchmal streamt sie, wie unsere eSportler, über die Plattform Twitch. „Am Wochenende läuft bei mir dann Sport hoch und runter. Erste und zweite Bundesliga, der beste Verein der Welt ist der FC Hansa Rostock. Und am Sonntag ist Football-Tag“, so die Anhängerin der Philadelphia Eagles. Laura, wir freuen uns, dass du da bist und hoffen, dass nach den beiden Vizemeisterschaften bald die erste Meisterschaft dazukommt!

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