Aus der klaren Niederlage in Schwerin vor zwei Wochen, aber vor allem der starken zweiten Hälfte dort wollte man gelernt haben. Unsere GFC-Frauen wollten bei der HSG Warnemünde von Beginn an Druck machen und enormes Pressing spielen, um nicht wieder so unnötig hoch in Rückstand zu geraten. „Wir haben gesagt Angriff ist die beste Verteidigung. Natürlich ist es so, dass du dann ein gewisses Risiko hast überspielt zu werden, wenn man vorne drauf geht“, sagt Trainerin Lisa Cziborra. Die erste Minute lief, unsere Frauen standen hoch und der erste lange Ball der Gastgeberinnen schickte Celine Hanto auf die Reise, die in der eigenen Hälfte gestartet war. Sie umkurvte unsere Torhüterin Elina Schieback und schob zum 1:0 ein. Direkt wieder ein Nackenschlag für unsere Mädels. „Ich glaube das vergangene Spiel gegen Schwerin ist in den meisten Köpfen sehr stark hängen geblieben. Und manchmal hat man einfach Pech. Hätten wir nach dem frühen Gegentor aufgegeben, dann hätten wir uns die Anfahrt auch sparen können. Ich glaube wir haben schon mehrmals bewiesen, dass sich ein Spiel sehr schnell wenden kann“, so Kapitänin Laura Bürger. Und deshalb machten unsere Frauen weiter, attackierten früh und versuchten sich Chancen zu erarbeiten. Nach einer Viertelstunde war es aber erneut ein langer Ball von Warnemünde, der unsere Abwehr aushebelte. Jenny Le Quoc nutzte dies und erzielte das 2:0.

Wegen einiger kurzfristiger Absagen musste das Team nochmal umgestellt werden. „Was fehlt ist die Konstanz. Wir spielen nie mit der gleichen Startelf. Wir studieren die Woche etwas ein und am Wochenende müssen wir dann doch ganz anders aufstellen, als wir uns das vorgestellt hatten. Dann spielen einige dadurch noch auf anderen Positionen, kennen die Laufwege die wir extra besprochen hatten dann natürlich nicht so gut. Andere waren vielleicht eine ganze Zeit nicht da, kennen die Laufwege dann erst recht noch nicht, dadurch sind wir dann einfach kein eingespieltes Team“, merkt Cziborra an. Durch die Umstellungen fand sich Pia Wiechmann, eigentlich zumeist auf den Flügeln unterwegs, plötzlich im Sturmzentrum wieder. „Also ehrlich gesagt war mein erster Gedanke: ‚Och nööö‘. Das liegt gar nicht unbedingt an der Position an sich, sondern eher daran dass ich mich die letzten Spiele echt gut gefühlt hab auf Rechtsaußen und das Gefühl hatte zu wissen, wo ich mich wann und wie hinbewegen muss. Vorne habe ich halt noch nicht so oft gespielt und da wusste ich nicht sofort was genau meine Aufgaben sind“, so Wiechmann. Die machte ihre Sache aber gut und sorgte nur zwei Minuten nach dem zweiten Treffer für den Hoffnungsschimmer. Ein toller Weitschuss fand den Weg über die gegnerische Torhüterin und so erzielte Wiechmann mit ihrem zweiten Saisontor den Anschlusstreffer. Auch danach waren unsere Mädels gut dabei und versuchten auf den Ausgleich zu drängen. „Unsere Schwäche ist das Herausspielen von Torchancen. Die Mädels haben es bis dahin gut gemacht, das umgesetzt was wir wollten, aber daran hapert es halt. Das ist bitter, weil die Mädels es verdient hatten und sich wirklich aufgeopfert haben, meiner Meinung nach“, sagt Cziborra. Und so kam es wie es kommen musste. Nach einem verunglückten Abstoß stand plötzlich wieder Hanto frei vor dem Tor und schob zum 3:1-Halbzeitstand ein.

Kampf wird nicht belohnt

In der Halbzeitpause attestierten die Trainerinnen ihrem Team eine durchaus gute Leistung, nur das Ergebnis spiegelte dies natürlich nicht wieder. „Wir haben im Vergleich zum Schwerin-Spiel selbstbewusster und aggressiver gespielt. Aber wir müssen am Ball ruhiger werden. Im Training lösen wir Pressingsituationen sehr gut, aber wir kriegen es nicht ins Spiel transportiert“, erklärt Lisa Cziborra. Auch in der zweiten Hälfte ließen sich unsere Mädels da noch zu oft zu Fehlern zwingen. Zu wenige klare Torgelegenheiten konnten sich zudem herausgespielt werden. Dennoch wirkte die Partie noch relativ offen. Unsere Mädels gaben zeitweise den Ton an und in den Ansätzen sah das gut aus. Nach etwas mehr als einer Stunde war dann jedoch die HSG wieder in unserem Strafraum. Eine Spielerin fiel und es folgte der Pfiff. Elfmeter für die Gastgeberinnen. Der wurde sicher zum 4:1 verwandelt. „Wir haben ein, zwei unglückliche Gegentore bekommen, die nicht hätten sein müssen. Dann sind wir selbst auch nicht so richtig vor das gegnerische Tor gekommen hatte ich das Gefühl oder der letzte Pass kam nicht an. Aber ich fand wir haben auf jeden Fall alles gegeben und bis zum Ende gekämpft“, analysiert Pia Wiechmann. Drei Minuten nach dem Elfmeter fiel dann auch noch das 5:1 für Warnemünde. Nun schien alles zusammenzubrechen. „Ich glaube nach dem 5:1 war dann einfach die Luft raus. Die Beine wurden langsam schwächer und einige Verletzungen aus vorherigen Zweikämpfen wurden spürbar. Und wenn man so lange zurückliegt und nicht viele Lichtblicke hat, dann wird es irgendwann schwierig die Motivation aufrecht zu erhalten“, erklärt es Kapitänin Bürger. Den Schlusspunkt setzte eine Ecke, nach der die Warnemünderinnen den 6:1-Endstand erzielten. Trotz durchaus ansprechender Leistung unterlagen unsere Mädels damit also ein paar Tore zu hoch. „Ich glaube wir müssen an unserem Zusammenspiel arbeiten. Lernen wie die andere läuft und denkt. Dann steht Schwerin hoffentlich im nächsten Spiel ratlos auf dem Platz. Aber wir haben ja zwei Wochen Zeit die wir nutzen werden“, verspricht Laura Bürger. Wir hoffen, dass sich genügend Spielerinnen in den kommenden zwei Wochen beim Training und auch zu dem Spiel einfinden, denn nur so ist es möglich dieses blinde Verständnis zu schaffen. Anstoß zu dem Heimspiel gegen den FSV 02 Schwerin ist am 8. Mai um 14 Uhr. Kommt alle, bringt alle mit!


Aufstellung: Schieback – Ortegon Salas, Foertsch, Krüger, Bartl – Ebermann, Gustmann, Grube(74. Würner) – Schramm(60. Gutzeit), Wiechmann, Bürger


Tore:

1:0 Hanto (1.)

2:0 Le Quoc (15.)

2:1 Wiechmann (17.)

3:1 Hanto (31.)

4:1 Klatt (62./FE)

5:1 Heller (65.)

6:1 David (76.)



Klarer Auswärtssieg für unsere Zweite

Die Chancenverwertung. Es war das Thema über die ganze bisherige Saison bei unseren zweiten Frauen. Immer wieder zeigten sie sehr ansprechende Leistungen, konnten sich aber fast nie dafür belohnen. Vor zwei Wochen waren sie dann gut eine Stunde voll im Spiel gegen die favorisierten Usedomerinnen, drehten sogar einen Rückstand, am Ende verlor man dann aber doch deutlich. Gegen die zweite Mannschaft des Penzliner SV sollte es nun anders laufen. Im Hinspiel trennten sich die Teams noch mit 1:1-Unentschieden. Doch der Beginn, er lief eigentlich gar nicht nach den Vorstellungen unserer Mädels. Zu hektisch waren sie im Aufbau und so war Penzlin das spielbestimmende Team. Die Möglichkeiten, die sich ergaben, konnten die Gastgeberinnen aber nicht nutzen, unsere Abwehr stand sattelfest.

Was so ein Spiel braucht ist ein Dosenöffner. Und den hatte Michelle Empen mit dabei. Sie erzielte nach einer Viertelstunde etwas überraschend zu diesem Zeitpunkt den Führungstreffer für unseren Greifswalder FC. Danach kippte das Spiel komplett. Unsere Mädels wurden selbstbewusster und vor allem ruhiger in ihren Aktionen. Das zeigte sich auch im Abschluss von Lena-Sophie Swiatek, die mit ihrem schwachen, linken Fuß nach 27 Minuten das 2:0 erzielen konnte. Das war auch der Halbzeitstand. Nach der Pause verlegten unsere Mädels sich auf das Kontern. Zwar kamen die Penzlinerinnen so wieder einige Male vor unser Tor, trafen jedoch nicht. Stattdessen erzielte Maike Boy nach knapp einer Stunde per Abstauber unser drittes Tor und nur zwei Minuten später schnürte Michelle Empen per Weitschuss ihren Doppelpack. Danach war die Messe natürlich endgültig gelesen. Zwar erzielte Penzlin noch den Ehrentreffer, trotzdem konnten unsere Mädels nach dem 4:1-Auswärtssieg in der Tabelle an den Gegnerinnen vorbeiziehen. Stark!


Aufstellung: Räther – Grimm, Rosenkranz, Wahlers – Timm, Boy, Empen

Bank: Breu, Burghard, Swiatek

(Anmerkung: Es wurde frei gewechselt)


Tore:

0:1 Empen (15.)

0:2 Swiatek (37.)

0:3 Boy (57.)

0:4 Empen (59.)

1:4 Krakow (75.)

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