Endlich wieder Heimspiel für unser erstes Frauenteam! Nach Monaten vollgepackt mit Auswärtsfahrten nach Wismar, Schwerin und Warnemünde durften unsere Verbandsliga-Mädels nun endlich mal wieder selbst Gastgeberinnen sein. Das Team von den Trainerinnen Lisa Cziborra und Madlen Burmeister bekam es mit dem FSV 02 Schwerin zu tun. Also dem Team, gegen das es zuletzt mit 0:4 im Pokal und 1:4 in der Liga verloren hatte. Am Sonntag sollte es nun besser laufen. Und rein faktisch tat es das auch. Am Ende unterlagen unsere Mädels mit 2:4, erzielten also wieder einen Treffer mehr. Jedoch kassierten sie erneut deren vier. „Vier Gegentore klingt so als ob wir total abgeschossen wurden und gar keine Chance hatten. Das empfand ich aber absolut nicht so. Wir haben teilweise richtig gute Spielzüge gehabt. Und jeder hat für jeden gekämpft. Leider haben wir es nicht geschafft uns dafür zu belohnen. Und man muss zugeben, dass Schwerin einfach besser war“, resümiert Julia Schuster. Eigentlich in der Innenverteidigung oder im zentralen Mittelfeld eingesetzt, war sie für dieses Spiel durch das Fehlen von Elina Schieback und Laura Müller allerdings ins Tor gerückt. „Ich glaube ich habe unsere beiden eigentlichen Torhüterinnen ganz ok vertreten. Trotzdem ärgern mich die vier Gegentore sehr und ich hätte die gern verhindert. Dann wäre ich zufrieden gewesen. Ich musste mich zurückhalten nicht mit nach vorne zu rennen und mich immer wieder daran erinnern, dass ich ja im Tor stehe. Aber so an sich war ich keine extreme Schwachstelle und damit bin ich ganz zufrieden“, so Schuster.

Unter den Augen unseres Oberbürgermeisters Stefan Fassbinder machte „Jülie“ ihren Job tatsächlich außerordentlich gut. Sie machte die Manuela Neuer und konnte einige lange Bälle durch geschicktes aus dem Tor laufen früh abfangen. Neben ihr zeigte sich in der Defensive auch unsere Lettin Rita Dzerina in außerordentlich guter Verfassung. Sie antizipierte häufig richtig und spielte ihre ganze Erfahrung aus um knifflige Angriffe der Schwerinerinnen zu entschärfen und eigene einzuleiten. „Angriff ist die beste Verteidigung. Wie man im Fußball sagt, der Ball muss in Bewegung sein. Wenn wir im Kopf etwas schneller sind, Pässe spielen und den Ball nicht zu lange halten, dann wird es sich auszahlen. Denn der Ball wird immer schneller sein als ein Mensch“, so Rita. Den ersten Gegentreffer nach nur neun Minuten konnte aber auch sie nicht verhindern. Noch ärgerlicher war wenig später der erste Treffer unserer Mädels, der jedoch wegen einer Abseitsstellung der Torschützin Pia Wiechmann nicht gegeben wurde. „Das war hundertprozentig kein Abseits, ich hab extra geguckt“, sollte Pia nach ihrer Auswechslung später sagen. Auflösen werden wir es nicht können. Aber wir hatten Chancen. Auch nach einem Freistoß von Wiebke Gustmann landete das Leder nicht im Tor, sondern nur am Pfosten. Im Nachsetzen vergaben zunächst Caro Foertsch und dann auch Jojo Grube. Und noch bitterer, in diese Drangphase fingen unsere Mädels sich einen Konter, der zum 0:2 führte. „Wir haben die Gegentore gekriegt, weil wir die Angriffe durch die Mitte nicht stoppen und die Konter des Gegners nicht verhindern konnten. Wenn wir lange Pässe erlauben, werden die Mittelfeldspieler und die Verteidiger mit der Zeit müde, weil sie viel laufen müssen und dann entstehen Fehler“, fasst Rita zusammen.

Der “EberBann” ist gebrochen

Danach fielen unsere Mädels aber nicht auseinander. Nur fünf Minuten nach dem zweiten Gegentor war es unser GFC, der munter nach vorne stürmte. Dort lief sich Mona Ebermann schon die ganze Zeit einen Wolf und wurde dann auf die Reise geschickt. Kaltschnäuzig schob sie den Ball zum 1:2 über die Linie und sorgte für Jubel auf dem Platz und der Bank. Nach all den Spielen, in denen Mona einfach kein Treffer gelingen wollte, machte sich, nach ihrem ersten Tor seit dem Testspiel gegen Stralsund im Februar, auch bei ihr Erleichterung breit. „Ja da ist schon ein bisschen was abgefallen. Vor allem, weil es nach dem Einsatz der Mannschaft in der Anfangsphase echt verdient war. Was aber noch viel wichtiger ist, ist dass wir mit dem Tor wieder auf uns aufmerksam gemacht und deutlich gemacht haben, dass man uns nicht abschreiben sollte“, sagt die Torschützin. Denn auch danach spielten unsere Mädels die erste Halbzeit noch gut zu Ende. Mit 1:2 ging es dennoch in die Pause. Dort gab es von Trainerin Lisa Cziborra nochmal ordentlich Lob für die Performance. Und auch nach dem Wiederanpfiff machten unsere Frauen direkt gut Druck und hatten schnell eine Gelegenheit durch Caro Foertsch. Doch nach einem Querschläger waren die Schwerinerinnen wieder zur Stelle und machten das 1:3. Und auch das 1:4 ließ nicht allzu lange auf sich warten. „Ich glaube, dass Schwerin sehr effizient war in ihren Angriffen und wir manchmal vom Stellungsspiel nicht so richtig standen und uns der Meter im Sprint dann gefehlt hat. Bei Schwerin sollte man denke ich am besten den Meter Vorsprung haben, weil sie sehr schnelle Spielerinnen in der Spitze haben“, analysiert Ebermann.

Positiv waren zum Ende hin noch drei Dinge. Zunächst und das war das wichtigste, gab unser Greifswalder FC nicht auf. Die Mannschaft rannte weiter an und wollte den Rückstand weiter verkürzen. Und die Möglichkeiten waren da. Ob nun Pia Wiechmann, die vor dem Kasten an der Torhüterin scheiterte oder der Freistoß von Jojo Grube, der volle Kanne an die Latte knallte. „Hätten wir unsere Torchancen genutzt, wäre das Ergebnis anders ausgefallen“, sagte Rita Dzerina ganz richtig. Desweiteren feierte Charlotte „Lotti“ Holfeld ihr Debüt bei unseren Frauen. Sie ersetzte die angesprochene Pia Wiechmann. „Es war sehr schön endlich mal wieder auf den Platz zu stehen und die Mädels zu unterstützen. Aufgeregt war ich ehrlich gesagt nicht, aber ich denke das liegt auch daran, dass Lisa uns Mut gemacht hat vor dem Spiel und auch gesagt hat, wir haben nichts zu verlieren, sondern können nur gewinnen und man hat ja auch gesehen, das wir motiviert waren und alles gegeben haben“, so die Debütantin, die die Niederlage nicht ganz gerechtfertigt fand: „Ein Unentschieden hätte es durchaus werden können. Schwerin hat natürlich jeden kleinsten Fehler von uns genutzt und macht die Dinger dann natürlich auch rein. Aber ich denke wir können trotzdem sehr zufrieden sein, gerade auch durch den Anschlusstreffer von Jojo, durch den man auch gesehen hat dass wir es können und wir immer weiter machen!“ Und dieser war die dritte positive Sache der Endphase. Ein Freistoß von Jojo Grube fand den Weg ins Tor und wie bei fast jedem ihrer Tore, schien der Treffer ihr eher peinlich zu sein. Aber Freistoßtore aus 30 Metern sind nie peinlich. Unsere Frauen unterlagen also trotz toller Leistung am Ende mit 2:4 und blicken nun bereits auf kommenden Freitag. Dann empfangen sie zum letzten Saisonspiel um 19:30 den Penzliner SV. Anstoß auf dem Ostplatz ist um 19:30.

Fotos: Paul Brumm


Aufstellung: Schuster – Ortegon Salas(55. Gutzeit), Dzerina, Krüger, Bartl – Grube, Gustmann(70. Schnobel), Foertsch(55. Schramm) – Wiechmann(78. Holfeld), Ebermann, Bürger


Tore:

0:1 Korup (9.)

0:2 Möller (32.)

1:2 Ebermann (37.)

1:3 Vetter (52.)

1:4 Möller (66.)

2:4 Grube (90.)

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