Skip to main content

Kinder, war das schön! Mit neuem Trainer im Gepäck reisten unsere zweiten Frauen am vergangenen Wochenende nach Warnemünde um dort beim 2. Warnemünder Winterzauber mitzumachen. Bei dem Hallenturnier nahmen mit uns insgesamt sieben Teams teil. Bereits zu Jahresbeginn hatten unsere Frauen wieder mit dem Trainingsbetrieb begonnen, dennoch waren die Erwartungen nicht unermesslich hoch. Man wollte Spaß haben und einfach mal wieder Fußball spielen, denn so viele Gelegenheiten gab es diese Saison leider noch nicht. Gestartet wurde gegen den Pelsiner SV, einen Ligakonkurrenten. Es war ein Spiel, bei dem noch nicht sonderlich viel rund lief. „Einige waren nervös, dazu habe ich im ersten Spiel ein System versucht, das ich reingebracht hatte, welches die Mädels aber so nicht kannten. Das war mein Fehler. Ich bin ein Trainer, der gerne redet und wenn die Mädels damit nicht so warm werden, dann pass ich mich an“, analysiert Coach Lucas Passvogel.

Es wurde letztlich ein 0:0. Im zweiten Spiel gab es zwar eine Leistungssteigerung, aber auch gegen den ETSV Güstrow gab es dann einen Rückschlag. In der Schlussphase war man defensiv dann doch mal etwas zu löchrig. Güstrow war frei durch, umkurvte unsere Torhüterin Emilie Kuschel und schob ein. Auch die beherzte Rettungsaktion von Elisa Rosenkranz half nicht mehr, sie landete genau wie der Ball im Netz. Doch unsere Mädels rannten an, drängten auf den Ausgleich und bekamen nach einem Foul auch nochmal eine Art Strafstoß. Der Schuss von Marlene Niemann wurde zunächst pariert, aber Kapitänin Lena-Sophie Swiatek stand goldrichtig und schob zum Ausgleich ein. 1:1, das war dann auch der Endstand.

Im Spiel gegen die Gastgeberinnen, der Kreisligavertretung der HSG Warnemünde, haben sich die Mädels dann ein weiteres Mal steigern können. „Es ist immer besser geworden. Wir haben die Taktik und das System immer weiter angepasst. Ich wusste dann ja auch mit der Zeit immer besser, wie die Gegnerinnen spielen und konnte somit besser Tipps geben. So sind die Mädels und ich mit der Zeit auch immer mehr aufgetaut“, sagt Passvogel. Leider war es das alte Problem, der Abschluss. Aus den Chancen wurden keine Tore gemacht und so endete auch diese Partie 0:0. Drei Spiele, drei Unentschieden, aber noch ungeschlagen! Nun folgte das Spiel gegen den TSV 1860 Stralsund, die Favoritinnen, die zu diesem Zeitpunkt alle Spiele gewonnen hatten. Und auch gegen uns zeigten sie sich wieder abgeklärter, erzielten zwei Tore nach kleineren Fehlern. Doch unsere Mädels steckten nicht auf, für ein Tor sollte es dennoch nicht reichen. Der neue Trainer aber war trotzdem zufrieden: „Auch gegen Stralsund haben wir gut gespielt. Es war sehr schade, es waren zwei Fehler die natürlich passieren können. Diese Fehler hast du dann aber danach nicht nochmal gemacht. Sie nehmen diese Punkte an und verbessern sich auch. Die Steigerung kam zustande, weil wir besser funktioniert haben.“

Auf’s Treppchen mit der Passvogel-Garantie

Vor dem Spiel gegen den IFC Rostock holte Passvogel dann seine Geheimwaffe raus: Traubenzucker. Und sehr konzentriert gingen die Mädels dann auch ans Werk. Von vorne bis hinten bestimmten sie das Spiel und immer mehr Rädchen griffen ineinander. „Es hat sehr sehr viel Spaß gemacht, diese Leistungssteigerung, die Freude zu sehen. Ich war auch sehr nervös am Anfang, aber bis zum Ende hin wurde es auch bei mir immer besser“, erzählt Passvogel. Der erste Treffer gelang Isabelle Janzen, der natürlich dann schon mal einen gewissen Druck von den Schultern nahm. Danach lief es wie am Schnürrchen. Herausragend auch der zweite Treffer. Lena-Sophie Swiatek, über die rechte Seite kommend, behielt den Kopf oben und sah in der Mitte die völlig freie Marlene Lutz. Das Zuspiel kam perfekt und Marlene schob ein. Und sogar ein drittes Tor sollte noch gelingen. Marlene Niemann machte endgültig den Deckel drauf und sicherte mit dem 3:0 den bis dahin deutlichsten Sieg im gesamten Turnier.

Durch die anderen Ergebnisse und der Niederlage der HSG Warnemünde gegen die späteren Sieger aus Stralsund, war die Ausgangslage vor dem letzten Spiel gegen die SG Poeler SV/HSG Warnemünde II klar: Der Sieger dieser Partie wird sich den dritten Platz schnappen. Die Anspannung war zu spüren, auch beim Trainer, der erstmals im Turnier nicht mehr auf der Bank sitzen blieb, sondern stand. „Ich falle ungern auf, was Regelverstöße angeht und habe mich an den anderen Trainern orientiert, die alle saßen. Es war auch nicht so viel Platz, normalerweise stehe ich aber immer, auch beim Spiel, deswegen war das Aufstehen im letzten Spiel wichtig für mich. Die Emotionen waren da, wir mussten dieses Spiel gewinnen und ich war so stolz, als wir das Tor gemacht haben“, erinnert sich Passvogel. Das gelang Marlene Niemann, die sich den Ball auf ihren linken Fuß legte und mit Wucht ins lange Eck hämmerte. Der Jubel war dann Erleichterung pur. Doch auch danach blieben unsere Mädels das bessere Team und zeigten eine unfassbar disziplinierte und souveräne Leistung, wodurch der 1:0-Sieg nicht mehr in Gefahr geriet. Damit stand auch der dritte Platz fest.

„Es war verdient und es bedeutet mir sehr viel. Aber auch den Mädels bedeutet es viel. Soweit ich das mitbekommen hab, haben die ja noch nicht so viel gewonnen. Deswegen bin ich richtig urglücklich, auch über die Leistung der Mädels und es bedeutet mir eine Menge, auch nach den Schwierigkeiten zu Beginn“, so Lucas noch völlig außer Atem. Aber eigentlich war es ja klar, denn es gibt die sogenannte Passvogel-Garantie. Seit er als Trainer aktiv ist, wird er mit seinen Teams eigentlich immer Dritter. Das wussten auch die Mädels, die diese Prophezeiung also auch umgehend erfüllten. „Am Anfang war das ein Segen, wenn man nicht viel erwartet. Aber irgendwann wird es zum Fluch, weil man merkt, dass man auch mal Potenzial für mehr hat“, lacht der Trainer. So oder so war es aber ein starkes und mehr als zufriedenstellendes Ergebnis, dass sich der neue Coach und sein Team mehr als verdient haben. Glücklich waren sie allemal und wir sind stolz ohne Ende!

Kommentar schreiben