Enttäuschung, Ratlosigkeit, Frust. Der Abend endete, wie er begann. Versteinerte Mienen bei den Spielern, die unmittelbar nach dem Abpfiff erst mal Ruhe brauchten. Die einen setzten sich auf die Bank, blickten ins Leere, andere standen auf dem Platz und schauten zu den Gästen. Die formten auf dem Ostplatz unseres Volksstadions einen Kreis, jubelten, sprangen. Auswärtssieg für den SC Staaken. Zwei Stunden zuvor, etwa zehn Minuten vor dem Anpfiff, waren beide Teams gerade mit dem Aufwärmen fertig. Sie machten sich bereit um gleich zu den Klängen von „Sirius“ von Alan Parsons Project auf den Platz zu kommen. Schnell sollte noch die Plane vom Mittelkreis genommen werden. Zack – Licht aus. Plötzlich war alles dunkel. Der Schaden konnte nicht behoben werden, es wurde auf den Ostplatz ausgewichen, wo sich die Teams auch bereits warm gemacht hatten.

Die Atmosphäre am engen Kunstrasenplatz war gut. Das Spielfeld fühlte sich eingekesselt an, die Spannung greifbar. Schnell wurden noch ein paar Blätter vom Feld gepustet, im Laufschritt wurden die Eckfahnen eingesteckt. Alles musste jetzt schnell gehen. Schnell ergab sich dann auch die erste Möglichkeit des Spiels, die hatte unser Greifswalder FC. Joe-Joe Richardson bekam den Ball im Strafraum und schoss von der linken Seite auf das Tor. Leider aber war er nicht erfolgreich. Was folgte war eine sehr ausgeglichene erste Hälfte mit Chancen auf beiden Seiten. Bei uns zeigte sich Adam Marczuk in guter Form und parierte jeden Ball sicher. Für uns kamen Velimir Jovanovic und erneut Joe-Joe Richardson weitere Male zum Abschluss, vergaben jedoch jeweils knapp. Viele Angriffe fanden jedoch auch ihr Ende in Abseitsstellungen unserer Jungs, die oft noch etwas zu früh hinter die gegnerische Abwehr gestartet waren. Zur Pause blieb es also spannend, 0:0.

Wieder die Chancenverwertung

In der zweiten Hälfte sollte dann alles besser werden. Unsere Greifswalder wollten sich weiter die Chancen erspielen, diese nun aber, wie schon in der Woche zuvor im Landespokal, nach Wiederanpfiff auch nutzen. Dann aber der frühe Nackenschlag. Nach 55 Minuten ging Staaken durch einen Treffer von Sebastian Gigold mit 1:0 in Führung. Den Rückstand verkrafteten unsere Jungs aber sehr gut. „Immer weiter“, forderte Trainer Roland Kroos. Und auch Rudi Sanin feuerte seine Mitstreiter an: „Jungs, kommt, das drehen wir“, rief er. Und tatsächlich, die Möglichkeiten waren erneut gut. Und wieder hießen die Hauptdarsteller Richardson und Jovanovic. Joe-Joe bekam bei einem Weitschuss nicht genug Druck hinter das Leder, kein Problem für Staakens Kevin Otremba. Nur wenige Minuten später dann eine Doppelchance von Jova, der zunächst den Ball von der linken Seite kommend nicht richtig traf und eine Minute später eine Farr-Hereingabe von rechts nicht am Gästekeeper vorbeibekam. Die ganz dicke Gelegenheit hatte dann wieder Richardson. Eine Viertelstunde vor Schluss kam er im Strafraum relativ frei zum Schuss, traf jedoch nur das Lattenkreuz. Es war wie verhext. Als der Ausgleich in der Luft lag folgte dann ein Konter der Staakener. David Koschnik überwand unseren Adam und erzielte das 2:0 für die Gäste. Auch wenn sich unsere Jungs nochmal ordentlich reinhängten, sollte letztlich kein Treffer mehr fallen. Nach dieser Niederlage rutschen wir in der Tabelle vorerst auf den sechsten Platz ab, bleiben jedoch noch immer in Schlagdistanz. Am kommenden Wochenende beim Auswärtsspiel in Schwerin muss es dann wieder besser werden. Anstoß ist dort am Samstag um 14 Uhr.


Aufstellung: Marczuk – Farr, Sanin, Rüh, Knechtel – Richardson(85. Sindik), Müller – Salihu(88. Memaj), Selçuk(88.Scavuzzo) – Jovanovic, Hecker(78. Appiah)


Tore:

0:1 Gigold(55.)

0:2 Koschnik(78.)

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